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Uran-Bomben über Serbien: Klage gegen Nato

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Uran-Bomben über Serbien: Klage gegen Nato

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Fast 20 Jahre ist es her, dass die NATO im Kosovo-Krieg Bomben mit abgereichertem Uran über Serbien abwarf - jetzt will ein internationales Team das Verteidigungsbündnis wegen angeblicher Folgeschäden verklagen. Über 30 Expertinnen und Experten kamen deswegen in dieser Woche in der südserbischen Stadt Nis zusammen.

Die NATO hatte Serbien 1999 mehrere Monate lang bombardiert. Sie bestritt jedoch, dass der Einsatz der Waffen in Zusammenhang mit einer angeblich erhöhten Krebsrate im Land stehe - auch viele medizinische Experten halten Folgeschäden für unwahrscheinlich. Der ehemalige italienische Luftwaffenpilot Domenico Leggiero war damals im Einsatz. "Ich konnte nur sehen, dass meine Kollegen und Zivilisten krank wurden und einer nach dem anderen starben. Wir haben die Fälle der Soldaten untersucht."

Leggiero leitet eine Organisation, die angebliche Opfer der Uran-Angriffe vertritt. Seinen Angaben zufolge starben alle seiner über 300 damaligen Kollegen an Krebs, der vermutlich durch Kontakt mit dem Material verursacht wurde. Das italienische Verteidigungsministerium bestätigte diese Zahl nicht, eine parlamentarische Untersuchungskommission stellte jedoch fest, dass das Uran krebsauslösend sei. Auch in anderen Ländern gab es immer wieder angebliche Fälle von Folgeschäden. In Serbien setzte das Parlament eine Kommission ein, die mögliche Zusammenhänge untersuchen soll.