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Zahl der islamistischen Anschläge in Europa verdoppelt

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Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus in der Europäischen Union bleibt sehr ernst, trotz des Niedergangs des Islamischen Staats in Syrien und im Irak.

Zu dieser Einschätzung kommt die europäische Polizeibehörde Europol in einem in Den Haag vorgelegten Bericht.

Europol-Sprecher Gerald Hesztera sagte, es habe im vergangenen Jahr 205 Anschläge gegeben. Das entspreche einem Anstieg von fast 45 Prozent.

Dabei seien 68 Menschen getötet worden, mehr als 800 verletzt.

Die Terror-Gefahr sei groß und gehe immer mehr von Einzeltätern aus, die durch das Internet oder radikale Imame radikalisiert worden seien.

Die Akten der mutmaßlichen Terroristen gehen von Europol anschließend quasi auf die andere Straßenseite zur europäischen Justizbehörde Eurojust.

Diese koordiniert die behördliche Zusammenarbeit bei Straftaten unter den EU-Mitgliedstaaten.

In diesem Raum beraten Experten von Eurojust mit Vertretern der nationalen Behörden. Heute geht es um Anti-Terror-Maßnahmen und die Ausstellung von grenzüberschreitenden Haftbefehlen.

Chef der Anti-Terror-Abteilung ist Frédéric Baab. Er erklärt, warum Frankreich nach den Pariser Anschlägen vom November 2015 die Unterstützung von Eurojust erbeten hat.

"Es wurde sehr schnell klar, dass einige Mitgliedstaaten wie auch andere Länder zur Fahndung nach den Attentätern beitragen konnten. Die einzige EU-Behörde, die eine derartige Zusammenarbeit koordinieren kann, ist Eurojust. Das Ergebnis dieser noch andauernden Kooperation ist die Auslieferung von zwei Verdächtigen aus Österreich an Frankreich und von einem Verdächtigen aus Deutschland."

Bei dieser gemeinsamen Fahndung wurde eine wertvolle Erfahrung gemacht.

"Diese hat uns dazu gebracht, unsere Strafverfolgung von dschihadistischen Terroristen zu verschärfen, vor allem von denen, die am syrischen Bürgerkrieg teilgenommen haben", sagt der Pariser Chefankläger François Molins.

Diese Verschärfung betrifft vor allem IS-Rückkehrer und weibliche Kämpfer, die nun systematisch angeklagt werden.

Schließlich haben wir aus früheren Erfahrungen gelernt und die Unterstützung von Terroropfern verbessert."

Die EU-Kommission begrüßte die vom Europäischen Parlament nach Beratungen mit den Mitgliedstaaten beschlossene Reform von Eurojust.

"Wir verbessern den Datenschutz, ebenso unsere Verwaltungsstruktur", sagt Eurojust-Direktor Ladislav Hamran. "Künftig werden wir zudem mit unseren Partnern bei den übrigen europäischen Strafverfolgungsbehörden noch enger zusammen arbeiten."