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Tsipras muss Krawatte tragen

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Tsipras muss Krawatte tragen

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Am Tag nach der Einigung auf ein letztes Hilfspaket für Griechenland trägt der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras erstmals eine Krawatte: "Wenn man eine Wette verloren hat, muss man die Wette einlösen- auch wenn es schwierig für mich ist", scherzte er.

Tsipras Anspielung erinnert daran, dass der frühere italienische Regierungschef Matteo Renzi ihm nach seiner Machtübernahme 2015 eine Krawatte überreicht hatte - als eine Art Aufforderung, sich an die europäischen Gepflogenheiten bei Spitzentreffen zu halten.

Tsipras versprach diese umzubinden, sobald sein Land die Krise überwindet.

Doch trug er die Krawatte nur kurz, denn: " Ich habe immer ohne sie gekämpft und werde weiter kämpfen. Giechenland stehen noch viele Schlachten bevor. Wie haben nur einen Kampf gewonnen, nicht den Krieg", so Tsipras.

Die Euro-Finanzminister vereinbarten in der Nacht zum Freitag in Luxemburg folgendes Paket:

  • Griechenland verlässt im August das dritte Euro-Rettungsprogramm

  • Der Beginn von Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite wird um zehn Jahre verlängert.

  • Zum Abschluss erhält das hoch verschuldete Land noch einmal 15 Milliarden Euro an Krediten.

So startet Griechenland mit einem Finanzpolster von insgesamt 24,1 Milliarden Euro an den Kapitalmarkt.

Efi Achtsioglou, griechische Arbeitsministerin: "Die Entscheidung der Eurogruppe gewährleistet unseren Kurs und sicher das wirtschaftliche Gleichgewicht im Land - nicht nur auf kurzfristiger, sondern auch auf mittel- und langfristiger Ebene."

Giorgos Stathakis, griechischer Umweltminister: "Dies hat das Ende des Rettungsprogramms festgeschrieben und eine Entscheidung über den Schuldenerlass getroffen, die sehr zufriedenstellend ist, weil somit eine sichere Umgebung für die Zukunft der griechischen Wirtschaft geschaffen wird."

Somit verlässt Griechenland also nach acht Krisenjahren mit einem letzten milliardenschweren Hilfspaket das Euro-Rettungsprogramm und steht ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen.

Griechenland geriet 2010 wegen Überschuldung an den Rand der Staatspleite und hing seitdem am Tropf der europäischen Partner und des Internationalen Währungsfonds. Über die Jahre erhielt das Land 273,7 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten aus drei Hilfsprogrammen im Gegenzug für harte Spar- und Reformprogramme, darunter Einschnitte bei Renten und Einkommen und Steuererhöhungen.

Inzwischen hat Griechenland zwar wieder Wirtschaftswachstum und Haushaltsüberschüsse, wenn man den Schuldendienst ausklammert. Doch ist immer noch jeder Fünfte arbeitslos, und die staatliche Verschuldung liegt bei etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung.