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Urheberrecht - "Die ganze Welt schaut aufs Europäische Parlament"

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Urheberrecht - "Die ganze Welt schaut aufs Europäische Parlament"

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Tag der Kultur und des Kulturerbes im Europäischen Parlament.

Etwa die Hälfte des UNESCO-Kulturguts ist europäisch, mehr als acht Millionen Menschen arbeiten in der EU in kreativen und kulturellen Wirtschaftsbranchen.

Andere Industrien wie Verkehr, Hotels und Gastonomie hängen maßgeblich von ihnen ab.

Besonderer Gast im Plenum: der berühmte Dirigent und Pianist Daniel Barenboim.

"Europa definiert sich über die Kultur und zwar mehr als andere Kontinente. Denken Sie an die großen Philosophen, Musiker, Schriftsteller, Maler - das sind alles Europäer.

Das definiert Europa, nicht Autos, Flugzeuge oder die Wirtschaft."

Doch auch die Kultur hat handfeste wirtschaftliche Interessen, wie die aktuelle Debatte um das Urheberrecht in Europa beweist.

Und das ist etwas, was einen anderen großen Musiker umtreibt, Jean-Michel Jarre.

"Für mich ist das Urheberrecht das zeitloseste Recht überhaupt. Warum? Weil es von keinem Tonträger abhängt. Nur von der Musik. Ob diese Musik auf Vinyl, CD, einer MP3-Datei oder künftig auf etwa ganz anderem gespeichert ist. Was ist also logischer und einfacher, als die Autoren für ihre Kreationen zu vergüten so wie in jedem anderen gesellschaftlichen Bereich jeder für seine Arbeit bezahlt wird."

Das Europäische Parlament wird in der nächsten Woche über eine Reform des Urheberrechts debattieren. Im zuständigen Justizausschuss gab es kürzlich nur eine hauchdünne Mehrheit.

Jean-Michel Jarre: "Die ganze Welt wird auf das Europäische Parlament schauen. Und zwar wegen der simplen Tatsache, dass ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden kann, der es Künstlern erlaubt, von ihrer Arbeit zu leben. Wir sprechen von den künftigen Almodovars, Houllebecqs, Coldplays oder Pink Floyds. Wir sprechen von diesem digitalen Kuchen, den man im Fernsehen auf Euronews sehen kann, diesem digitalen Kuchen, der aufgeteilt wird. Die Künstler haben das Recht auf ein Stück vom Kuchen, denn sie sind es schließlich, die beim Backen maßgeblich beteiligt sind."