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Nach diplomatischer Krise mit Israel: Polen entschärft "Holocaust-Gesetz"

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Nach diplomatischer Krise mit Israel: Polen entschärft "Holocaust-Gesetz"

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Die polnische Regierung hat das international umstrittene Holocaust-Gesetz entschärft, das die Andeutung einer Komplizenschaft Polens bei der Judenvernichtung der Nazis während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen unter Strafe stellt.

Das Unterhaus Sejm stimmte dafür, die bisher vorgesehenen
Strafen von bis zu drei Jahren Haft zu
streichen. Das im Januar verabschiedete Gesetz
hatte eine tiefe diplomatische Krise zwischen Israel und Polen ausgelöst.

Aber Mateusz Morawiecki, polnischer Ministerpräsident, bleibt dabei: "Der Zweck dieses Gesetzes war und ist es, für die Wahrheit über die Zeiten des Zweiten Weltkriegs zu kämpfen. Sie wissen, wie diese Wahrheit in den letzten 30 Jahren verfälscht wurde, und deshalb war diese Art von Schock nötig. "

Kritiker hatten der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS)
vorgeworfen, von Polen begangene Verbrechen an Juden vertuschen zu wollen.
Polens Regierung argumentierte, sie wolle unter anderem historisch
falsche Ausdrücke wie «polnische Todeslager» unterbinden.

"Sie wissen, wie diese Wahrheit in den letzten 30 Jahren verfälscht wurde und deshalb war diese Art von Schock nötig"

Mateusz Morawiecki polnischer Ministerpräsident

Nach dem Überfall von Nazi-Deutschland auf Polen 1939 war das Land bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt. Von den 3,2 Millionen Juden, die zuvor in Polen gelebt hatten, wurden mehr als drei Millionen umgebracht. Das entspricht etwa der Hälfte aller Juden, die im Holocaust umkamen. Die Nationalsozialisten brachten Juden aus ganz Europa in Vernichtungslager wie Auschwitz und Treblinka.

su mit dpa