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Beleidigungen im Fußball: Wer sagt was - und warum?

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Beleidigungen im Fußball: Wer sagt was - und warum?

Ein japanischer Fan vor dem Spiel gegen Polen (28.06.2018)
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REUTERS/Toru Hanai
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Obst und Gemüse spielen eine wichtige Rolle, wenn Fußballer die Träume einer Nation platzen lassen.

Nach dem vorzeitigen Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland ist die deutsche Mannschaft nun auch ganz offiziell eine "Gurkentruppe". Eine in der deutschen Sprache gängige Bezeichnung für diejenigen, die nicht die von ihnen erwarteten Ergebnisse liefern.

Für England-Fans mag die Reduzierung des Status der Mannschaft auf eine Gurke Erinnerungen an das Jahr 1992 heraufbeschwören. Mit einer Niederlage gegen den Gastgeber in Stockholm schied Graham Taylors Mannschaft aus dem Turnier aus, was zu dieser berüchtigten Schlagzeile in der Zeitung The Sun führte: "Schweden 2 Steckrübe 1".

In Frankreich kann man einen schlecht spielenden Spieler "une trompette" (Trompete) nennen, während eine ganze Mannschaft, die sich in eine Ziegenherde verwandelt ("vous êtes des chèvres!").

Spanische Fans können ihre eigenen Fehler als Decken ("son unos mantas") darstellen, erschöpfte Spieler in Russland werden mit müden Hunden verglichen ("Бобик сдох" - "Spot is dead!"), und Torhüter werden im Englischen als Vampire bezeichnet.... wenn sie Angst vor Flanken (englisch: crosses also Kreuzen) haben.

Auch Schiedsrichter sind vor Beleidungen nicht gefeit. In Ungarn bringen ihre unbeliebten Entscheidungen Gesänge wie "Trompete in ein Taschentuch, nicht in die Pfeife"! "("Az orrod fújd, ne a sípot!"), während in Spanien ein einfacher Reim genügt: Der Unparteiische wird mit einer scharfen spanischen Wurst verglichen ("arbitro, chorizo!"). In Russland will man aus einem schlechten Schiedsrichter Seife herstellen ("мыло на мыло!").

Die Schiedsrichter in England vergeben "Fergie Time" - eine Anspielung auf den ehemaligen Manager von Manchester United, Sir Alex Ferguson. Nach Ansicht der Fans war das die Nachspielzeit, die ein Schiedsrichter festlegt, und die der Gegner dazu nutzen kann, ein entscheidendes Tor zu erzielen. In Italien nennt man späte Tore "segnare in zona cesarini" ("Tor in der Cesarini-Zone"), nach dem Juventus-Star aus den 1930er Jahren. Der Fußballer war für seine Tore in letzter Minute bekannt.

Wer sich nicht für die Weltmeisterschaft 2018 qualifiziert, träumt in Italien schon lange davon, das Tornetz aufgebaut zu sehen ("si gonfia la rete"), während die Franzosen immer noch hoffen, dass ihre Stürmer "une patate" machen (buchstäblich eine Kartoffel bringen - in diesem Zusammenhang geht es um einen kräftigen Torschuss), um "die Netze zum Weinen bringen" ("faire pleurer les filets").