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Nach Hafeneinfahrt: Mission Lifeline äußert sich zu Vorwürfen

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Nach Hafeneinfahrt: Mission Lifeline äußert sich zu Vorwürfen

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Sechs Tage musste das Rettungsschiff "Lifeline" mit rund 230 Flüchtlingen an Bord ausharren, bis es schließlich am Mittwoch einen Hafen auf Malta anlaufen durfte.

Es war akute Lebensgefahr für die Menschen vorhanden.

Marie Naass Sprecherin Mission Lifeline

Den Aktivisten der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline drohen nun rechtliche Konsequenzen. Dem Kapitän wird vorgeworfen, die Anweisungen der italienischen Behörden bei der Rettung der Migranten vor Libyen ignoriert zu haben. Die Regierung in Rom hatte das Schiff nach eigenen Angaben angewiesen, der libyschen Küstenwache die Bergung zu überlassen.

Nach Darstellung der Organisation bei einer Pressekonferenz in Berlin, kam die Küstenwache aber nicht schnell genug. "Rom hat kommuniziert, dass die libysche Küstenwache zuständig ist und dass sie bald eintreffen wird. Das war zu dem gegebenen Zeitpunkt nicht der Fall", so die Sprecherin Marie Naass.

"Die Lifeline war das einzige Schiff, was vor Ort war und was ausgestattet war, um diese Menschen retten zu können. Dabei handelte sich um ein Schlauchboot in sehr schlechtem Zustand, es war akute Lebensgefahr für die Menschen vorhanden. Und der Kapitän hat entschieden, dass diese Menschen unverzüglich gerettet werden müssen."

Mission Lifeline betont, man habe sich an alle internationalen Konventionen und Regeln der Seenotrettung gehalten. Die Aktivisten sehen sich vielmehr als Opfer einer "Kriminalisierungskampagne".

Die Organisation, die schiffbrüchige Migranten aus dem Mittelmeer rettet und auf EU-Festland bringt, gebe es nur, weil Staaten ihrer Verantwortung nicht nachkämen. Die 234 Menschen an Bord der "Lifeline" wurden inzwischen in Malta registriert und ärztlich versorgt. Neben acht EU-Staaten hat sich auch Norwegen bereit erklärt, Flüchtlinge von dem Schiff aufzunehmen.