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Proteste gegen US-Einwanderungspolitik

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Proteste gegen US-Einwanderungspolitik

Proteste gegen US-Einwanderungspolitik
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REUTERS/Jonathan Ernst
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In der US-Hauptstadt Washington sind fast 600 Demonstranten nach einem Protest gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump vorübergehend festgenommen worden, darunter Politikerinnen und Prominente, wie die US-Schauspielerin Susan Sarandon.

Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas normal wird.

Susan Sarandon Schauspielerin

Die vor allem weiblichen Demonstranten hatten - in Aludecken gehüllt - ein Senatsgebäude besetzt, um gegen die "Null-Toleranz-Politik" der US-Regierung und Familientrennungen an der US-mexikanischen Grenze zu protestieren. Initiatoren der etwa zweistündigen Sitzblockade waren die beiden Gruppen Women's March und Center for Popular Democracy.

"Wenn ich als Mutter nicht wüsste, wo meine Kinder sind und meine Kinder nicht wüssten, wo ich bin, wäre das höchst traumatisierend", so Susan Sarandon. "Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas normal wird, wir müssen es verhindern."

Auch in Portland, im US-Bundesstaat Oregon, haten Demonstranten gegen die umstrittene Politik protestiert und ein Gebäude der Einwanderungsbehörde besetzt. Das Protestcamp wurde unter starkem Polizeieiaufgebot aufgelöst.

Derweil besuchte die Präsidentengattin Melania Trump zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage eine Einrichtung für Migrantenkinder im Grenzgebiet zu Mexiko. Diesmal in weniger auffälliger Kleidung (eine Designerjacke mit der Aufschrift "I Don't Care. Do U?" hatte für Verwirrung gesorgt) , dafür mit Botschaft: Sie sei hier, um den Kindern und Familien zu helfen. Nach einem Aufschrei der Empörung hatte Präsident Trump in der vergangenen Woche die umstrittene Familien-Trennungs-Praxis per Dekret beendet. Rund 2.000 Kinder sind aber nach Angaben der Regierung weiterhin von ihren Eltern getrennt.

Für diesen Samstag sind erneut Proteste angenküdigt.

Im US-Repräsentantenhaus war am Mittwoch wiederum der Versuch gescheitert, ein neues Migrationsgesetz zu verabschieden. Die Kammer lehnte den Entwurf für eine Kompromisslösung mit deutlicher Mehrheit ab.

Der Entwurf hätte unter anderem die Möglichkeit enthalten, illegal eingewanderte Migranten und ihre Kinder gemeinsam in Haft zu nehmen. Außerdem sah er Mittel für den Bau von Präsident Donald Trumps Grenzmauer zu Mexiko in Höhe von 25 Milliarden Dollar vor.