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OPEC: Trump stiftet Unruhe

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OPEC: Trump stiftet Unruhe

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REUTERS/Raheb Homavandi
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US-Präsident Donald Trump hat mit einer Aufforderung an Saudi-Arabien, die Ölproduktion hochzufahren, in der OPEC für Aufregung gesorgt. Wegen der Tumulte und Störungen im Iran und in Venezuela habe er König Salman gebeten, zwei Millionen Barrel pro Tag mehr zu fördern, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Dies solle die zu hohen Preise ausgleichen. Salman habe dem zugestimmt.

Das Weiße Haus ruderte später zurück. Salman habe lediglich zugesichert, mit Umsicht auf die Reservekapazität von zwei Millionen Barrel zurückzugreifen, um für Stabilität zu sorgen, hieß es in einer Mitteilung.

Saudi-Arabien produziert derzeit zehn Millionen Barrel pro Tag. Experten führen an, dass die Erhöhung der Fördermenge kompliziert und kostspielig sei und werten den Vorstoß vor allem als Kampfansage an den Iran. Die USA haben dazu aufgerufen, kein Öl mehr aus dem Iran zu importieren, um den Druck für Nachverhandlungen im Atomabkommen zu erhöhen.

Teheran reagierte erbost auf Trumps jüngsten Vorstoß. Das OPEC-Mitglied warnte die Organisation der erdölexportierenden Länder vor einer außergewöhnlichen Erhöhung der Ölproduktion. Der oberste Führer Ayatollah Chamenei beschuldigte die USA und die Golfstaaten, die Regierung in Teheran destabilisieren zu wollen. Die Wirtschaft im Iran leidet unter neuen vorgesehenen US-Sanktionen nach Aufkündigung des Atomabkommens, der Rial verlor stark an Wert. Die Unzufriedenheit führt zu Protesten.

Der Ölpreis ist auch wegen der instabilen Lage in den OPEC-Ländern Libyen und Venezuela gestiegen. Experten befürchten angesichts des amerikanischen Drucks auf den Iran eine weitere Preissteigerung und negative Auswirkungen auf die Weltkonjunktur.