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"Vegane Gewalt": Frankreichs Metzger haben Angst

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"Vegane Gewalt": Frankreichs Metzger haben Angst

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Zerschmetterte Vitrinen und blutrote Schmierereien: Unter Frankreichs Metzgern geht die Angst um. Mehrere Fleischereien, vor allem in Norden des Landes, wurden in jüngster Zeit von militanten Veganern angegriffen.

Alle Reformvorschläge im Parlament zum Wohl des Tieres werden systematisch abgeschmettert.

Tiphaine Lagarde "269 Libération Animale"

Mit Tierliebe habe das nichts mehr zu tun, sagt die Geschäftsinhaberin Albane Haquette, deren Vitrine in Lille verwüstet wurde. "Kämpft man für seine Ideen, indem man Geschäfte mit Steinen bewirft? Ich finde das total schockierend."

Der Verband der Fleischer, Metzger und Traiteure hat in einem offenen Brief an den Innenminister appelliert und sogar um Polizeischutz für Geschäfte gebeten. Die Fronten haben sich verhärtet.

Tiphaine Lagarde von der Tierschutzbewegung " 269 Libération Animale", die mit spektakulären Aktionen Missstände in Schlachthöfen anprangert, kann verstehen, dass man aus Verzweiflung zu noch radikaleren Methoden greifen. "Alle Reformvorschläge im Parlament zum Wohl des Tieres, etwa größere Käfige und Überwachungskameras in Schlachthöfen, werden systematisch abgeschmettert. Das zeigt, dass die Regierung nicht auf die herkömmlichen Protestformen reagiert. Das führt unweigerlich neuen Vorgehensweisen, die bereits in anderen sozialen Konflikten angewendet werden."

Einen Boykott hat die Industrie wohl nicht zu fürchten - (auch wenn der Fleischkonsum seit 10 Jahren zurückgeht), Vegetarier und Veganer sind nach wie vor eine kleine Minderheit - und Fleisch ist aus der französischen Gastronomie nicht wegzudenken.