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Skills2work: Arbeit für Flüchtlinge

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Skills2work: Arbeit für Flüchtlinge

Skills2work: Arbeit für Flüchtlinge
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Wir sind in Amsterdam, der Hauptstadt der Niederlande: Das Land hat an einem Pilotprojekt der Internationalen Organisation für Migration teilgenommen, um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmartk zu integrieren. Die Idee: Menschen, die arbeiten, zahlen Steuern und kosten den Staat kein Geld.

Davon profitiert hat John aus Syrien. Er war in seinem Heimatland im Handel tätig, jetzt arbeitet er in einer Catering-Firma.

"Ich bin froh, dass ich jetzt Steuern zahle", sagt er. "Ich war nur sieben Monate auf staatliche Unterstützung angewiesen. Jetzt kann ich das Geld zurückzahlen, dass mir Andere damals zur Verfügung gestellt haben. Und außerdem zahle ich jetzt für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und unterstütze sie. Ich fühle mich jetzt einfach gut angekommen hier: Meine Kollegen sind alle so nett zu mir, sie geben mir das Gefühl, hier zu Hause zu sein."

Das Qualifikationsprogramm für John nennt sich Skills2work. Dabei bekamen Flüchtlinge wie er spezielle Fortbildungsangebote und wurden gezielt mit Zeitarbeitsfirmen in Kontakt gebracht. Unter anderem gab es Sprachkurse. "Jeder Einzelne ist unterschiedlich", sagt Dirko Dekker von der Zeitarbeitsfirma manpower. "Deshalb gibt es nicht ein und dasselbe Programm für die Flüchtlinge. In einigen Fällen haben wir Unterstützung bei der Suche nach Arbeit gegeben, also: wie funktioniert das hier alles, wie schreibt man einen Lebenslauf und wie verhält man sich gegenüber Kollegen."

Es gibt eine breite Debatte über die richtige Integration von Flüchtlingen in Europa. Eine Möglichkeit wäre eine Reform der Arbeitserlaubnis mit der sogenannten Blue Card. Aber eine solche Reform steckt seit Monaten fest. Kommission und Parlament wollten eine flexiblere Blue Card, die für einen größeren Kreis von Kandidaten infrage kommt. So sollten auch Flüchtlinge die Karte bekommen, die nur einen Vertrag für sechs Monate haben. Außerdem sollte es eine verbesserte Annerkennung von langjähriger Berufserfahrung geben. Aber einige Mitgliedsstaaten stoppten die Initative im vergangenen Dezember. Nach Ansicht von EU-Abgeordneten fehlt der politische Wille, die Initative im Moment durchzubekommen.

"Wir haben gedacht, dass wir einfach die besten politischen Ideen aus aller Welt nehmen müssen und umsetzen: aber scheinbar will nicht jeder die Flüchtlingsfrage gut managen", sagt der Europaabgeordnete Claude Moraes. "Das ist ein Problem, wie man an der Reform der Bue Card sehen kann. Sie wurde zum Beispiel in Deutschand vie genutzt, aber dann gab es eine giftige Debatte über das Thema und die Reform liegt auf Eis."

Dabei könnte eine Reform der Blue Card durchaus sinnvoll sein, wie das Beispie von John zeigt.