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Abwrackprämie für Fischer

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Abwrackprämie für Fischer

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Viele kleine Fischereibetriebe in Griechenland stehen vor dem Aus. Mit einer Abwrackprämie wollen ihnen Athen und Brüssel unter die Arme greifen – und bedrohte Arten im Mittelmeer schützen.

Panagiotis Pagonis steht auf seinem Boot und holt die Netze ein. Sie sind – wie so oft – leer. Der Fang des Griechen hat sich in den letzten Jahren halbiert. Das Mittelmeer fast leergefischt, die Bootshaltungskosten steigen. Pagonis Familie lebt seit Generationen von der Fischerei. Nun ist sie wirtschaftlich am Ende.

„Ich mache diese Arbeit seit 67 Jahren. Ich bin die ganze Küste Griechenlands abgefahren, doch jetzt stoße ich an meine Grenzen. Ich bin traurig. Ich wollte nicht, dass es so endet“, sagt der Grieche.

Wie viele andere Fischer sah Pagonis keine andere Lösung, als seinen Kutter verschrotten zu lassen und seine Fischereilizenz abzugeben. Im Gegenzug bieten die griechische Regierung und die EU eine Art Abwrackprämie – von mehreren Tausend Euro.

So soll dem Artensterben im Meer entgegengewirkt werden. Stelio Didonis wird 100.000 Euro erhalten. Viel Geld – aber der Preis, den er zahlen müsse, sei höher.

„Das Meer ist mein Leben. Ich freue mich auf einen Monat Ruhe nachdem ich 30 Jahre lang jeden Morgen um 4.00 Uhr aufgestanden bin. Danach werde ich mir etwas Anderes suchen“, sagt der 48-Jährige.

Er bezweifelt, dass der Plan der Politiker aufgehen wird. Um wirklich etwas gegen Überfischung zu tun und Betriebe wie ihn zu retten, müsse man den Blick viel stärker auf Industriefischerei im großen Stil richten – und diese drastisch zurückfahren.