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Pamplona: Notruf-App nach "Wolfsrudel"-Fall

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Pamplona: Notruf-App nach "Wolfsrudel"-Fall

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REUTERS/Vincent West
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Die Stadtverwaltung von Pamplona setzt in ihrem Kampf gegen sexuelle Übergriffe auch auf moderne Technik. Unmittelbar vor Beginn der berühmten Sanfermines-Stierhatz präsentierte die nordspanische Stadt eine App, mit der im Fall sexueller Belästigung per Knopfdruck Hilfe gerufen werden kann. Damit begegnete die Stadt unter anderem Forderungen nach einer Absage des Volksfestes.

Die städtische Sicherheitsbeauftragte Itziar Gómez erläuterte: "Wenn Sie die App öffnen, haben Sie unmittelbaren Zugriff auf einen Polizeialarm. Wenn man den aktiviert, teile man s einen Standort. Und man löst den Alarm aus, einen Notfall-Alarm bei der örtlichen Polizei."

Das gut einwöchige Volksfest wird in diesem Jahr vom sogenanntenn Wolfsrudel-Fall überschattet, der eine nationale Diskussion über den Umgang mit Sexualstraftätern ausgelöst hat. Eine Männergruppe hatte vor zwei Jahren beim Sanfermines eine 18-jährige Frau sexuell missbraucht. Die Täter sind trotz einer Verurteilung zu langjährigen Haftstrafen bis heute auf freiem Fuß. Eine Passantin in Pamplona begrüßte die Einführung der App:

"Ich denke, alles, was dazu beitragen kann, Bedrohungen oder Missbrauch zu melden, ist positiv. Wir müssen Frauen helfen, die sich aus Angst nicht an die Polizei wenden.Sonst ändert sich nichts."

Die fünf Mitglieder des "Wolfsrudels" im Alter zwischen 27 und 29 Jahren wurden zu jeweils neun Jahren Haft verurteilt. Gegen eine Kaution von je 6.000 Euro kamen sie bis zum Berufungsurteil frei. Für Empörung sorgte in Spanien auch, dass die fünf Männer nicht wegen Vergewaltigung sondern des minder schweren Straftatbestands des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen wurden.