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"Der Geschmack der guten alten Zeit"

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Wie kann die biologische Vielfalt von Nutzpflanzen in Europa gesteigert und gleichzeitig Qualität, Ertrag und Widerstandsfähigkeit auf natürliche und nachhaltige Weise verbessert werden? Darauf sucht ein europäisches Forschungsteam Antworten.

Das Versuchsfeld auf Zypern ist rund elf Hektar groß. Dort werden mehr als 20 Pflanzensorten angebaut, darunter auch Mais. Wissenschaftler eines europäischen Forschungsprojekts testen eine neue Züchtung, um Pflanzen zu identifizieren, die besser an die Hitze und den Wassermangel der Insel angepasst sind. Jede Maispflanze ist genetisch unterschiedlich. Alles an der Pflanze wird genau untersucht - vor allem die Wurzeln:

"Wir untersuchen sowohl quantitative als auch qualitative Parameter. Quantitative Parameter helfen uns, den Pflanzenertrag und dessen Qualität zu verbessern. Sie sind schwieriger zu beurteilen, da sie stark von der Umgebung beeinflusst werden. Bei den Qualitätsparametern konzentrieren wir uns vor allem auf den Nährstoffgehalt, aber auch auf die Blatt-Biomasse", erklärt Dionysia Fasoula, Pflanzenzüchterin vom Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Zypern.

Größere Biodiversität von Nutzpflanzen

Die Experimente umfassen auch Gerste, alten Weizensorten, Kicher- und Langerbsen. Die vielversprechenderen Kandidaten werden auf natürliche Weise gekreuzt, um Sorten zu produzieren, die resistent gegen die Trockenheit sind. Es werden keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet. Umweltmikrobiologe Michalis Omirou vom Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Zypern:

"Unser Ziel ist es, die Biodiversität unserer Agrarökosysteme zu erhöhen. Deshalb untersuchen wir alte, traditionelle Arten, die hier nicht mehr angebaut werden. Diese Arten hatten Eigenschaften, die nicht nur dabei helfen können, die Vielfalt unserer Kulturen zu erhöhen, sondern auch zur Verbesserung der Qualität und des Geschmacks der Produkte beitragen - und das kommt dann den Verbrauchern zugute.

Boden- und Wurzelproben werden in die Labore gebracht. Die Forscher untersuchen, ob Pflanzen ihren Ertrag steigern und ihre Resistenz gegen Trockenheit verbessern können, indem sie besser mit Bodenmikroben interagieren. Mikrobiologin Athanasia Kavadia vom Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Zypern:

"Die Beziehung zwischen Pflanzen und Pilzen kann für beide nützlich sein, oder sich nur für einen lohnen oder sie ist parasitär. Deshalb muss man die Wechselwirkung genau verstehen. Grundsätzlich gibt die Pflanze den Pilzen Kohlenstoff, und die Pilze finden im Boden Nährstoffe, die sie auf die Pflanze übertragen".

Alte Sorten neu produzieren

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit den lokalen Landwirten helfen wird, ihr Angebot und ihre potenziellen Märkte zu erweitern. Das sollte sich auch für den Verbraucher lohnen:

"Wir alle erinnern uns aus unserer Kindheit, wie wunderbar der Geschmack der Tomaten jener Zeit war, oder der Geschmack von anderen Gemüsesorten, der Geschmack der guten alten Zeit. Deshalb konzentrieren wir uns auf diese traditionellen Sorten mit dem Ziel, sie wieder neu zu produzieren. Die Hersteller können dann den Geschäften und Supermärkten eine größere Produktauswahl anbieten. Und die Verbraucher können aus einer größeren Palette von Produkten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und besserem Geschmack auswählen", so Dionysia Fasoula.

In fünf Jahren könnten die neuen Pflanzen laut den Forscher in Europa auf den Markt kommen.

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