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NATO-Streit um die 2 Prozent: Wer hält das Ziel ein - und wer nicht?

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NATO-Streit um die 2 Prozent: Wer hält das Ziel ein - und wer nicht?

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2014 haben die NATO-Staaten beschlossen, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Militärausgaben zu investieren. Dabei ist das Zwei-Prozent-Ziel eine Richtlinie, es ist keinerlei Strafe vorgesehen, wenn diese nicht erreicht wird.

Tatsächlich geben nur sehr wenige NATO-Mitglieder - nämlich 4 von 19 - wirklich so viel für ihre Verteidigung aus - wie die Zahlen für das vergangene Jahr belegen.

Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten

Die USA sind das Land mit den größten Militärausgaben - mit 3,57 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes.

Gefolgt von Griechenland mit 2,36 Prozent und Großbritannien mit 2,12 Prozent.

Estland und Polen haben ihre Militärausgaben seit 2014 drastisch erhöht.

Zu den Ländern, die vom Zwei-Prozent-Ziel weit entfernt sind, zählen neben Deutschland vor allem Luxemburg mit 0,46% des BIP, Belgien und Spanien mit knapp über 0,9 Prozent.

Deutschland gibt derzeit 1.24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung aus - bis 2024 hat Kanzlerin Merkel versprochen, die Militärausgaben auf 1,5 Prozent zu erhöhen.

Auf Twitter richtete sich EU-Ratspräsident Donald Tusk direkt an Donald Trump, da der US-Präsident von den NATO-Partnern immer mehr finanzielles Engagement fordert. Laut Tusk geben die EU-Staaten genug für die Verteidigung aus.

Im Finanzplan der EU ist dennoch vorgesehen, die Militärausgaben der Union deutlich zu erhöhen - nämlich auf 27,5 Milliarden Euro, was 2,4 Prozent der Gesamtausgaben entspricht.

US-Finanzminister Steve Mnuchin stellte in einem Interview gar einen Zusammenhang zwischen Militärausgaben und Handelskonflikt her. Im Gegenzug gegen größere finanzielle Leistungen für die NATO könnten EU-Staaten von den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium befreit werden.