Eilmeldung

Eilmeldung

Versteckte Regenbogenflagge: So umgehen Aktivisten das Verbot in Russland

Sie lesen gerade:

Versteckte Regenbogenflagge: So umgehen Aktivisten das Verbot in Russland

Versteckte Regenbogenflagge: So umgehen Aktivisten das Verbot in Russland
@ Copyright :
The Hidden Flag
Schriftgrösse Aa Aa

In Russland ist es verboten, die bunte LBGTI-Flagge öffentlich zur zeigen. Sechs Aktivisten haben eine Art gefunden, dieses Gesetz zu umgehen.

Während der Fußballweltmeisterschaft liefen sie drei Tage lang durch Moskau und trugen dabei verschiedenfarbige Trikots, um die sogenannte Pride-Flagge aus Protest gegen Russlands diskriminierenden LGBTI-Gesetze zur Schau zu stellen.

Die Bewegung hinter der Aktion nennt sich The Hidden Flag und wurde vom spanischen LGBT-Verband FELGTB und der Online-Zeitung El Diario ins Leben gerufen.

Russland erließ 2013 ein "Schwulenpropaganda"-Verbot, das eine Reihe von Objekten im Zusammenhang mit LGBT-Rechten zu zeigen, darunter auch die Flagge.

Um dies zu umgehen, trug die Gruppe Fußballtrikots aus Spanien, Holland, Brasilien, Mexiko, Argentinien und Kolumbien. Die Farben der jeweiligen Teams entsprechenden den Regenbogenfarben der LGBTI-Flagge.

Laut ihrer Website wollten sie die Intoleranz Russlands "anprangern" und "einen Kampf ausfechten, der nie zum Schweigen gebracht wird".

Einer der Teilnehmer, Mateo Fernández Gómez aus Kolumbien, sprach mit Euronews über die Erfahrung.

"Es war seltsam. Ich glaube nicht, dass die Leute begriffen haben, was wir taten," sagte er.

"Ich spürte eine gewisse Spannung in Bezug auf die LGBTI-Community. Man sah niemanden, der öffentlich Zuneigung zeigte. Als mein Gaydar ausschlug, konnte ich nichts sagen. Alles fühlte sich grau an. Da wir in diesen drei Tagen überhaupt keine öffentliche Zuneigung sahen, haben wir uns umso glücklicher geschätzt, dass es in unseren Herkunftsländern anders ist."

Gómez, der in der Werbung tätig ist, möchte nun den Aktivismus in seine Arbeit integrieren, indem er Anzeigen entwickelt, die zu einer Veränderung beitragen sollen.

"Solche Leute zu sehen und meine eigene Angst während dieser drei Tage zu sehen, gab mir das Gefühl, dass viel zu tun ist. Ich arbeite mit Kreativität und kann etwas von meiner Seite aus tun", sagte er.

Er fügte hinzu, er hoffe, dass die Leute, die den Protest gesehen hätten, inspiriert würden.

"Ich hoffe, dass andere Menschen ähnliche Aktionen starten."