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Bedrohtes Handwerk: Griechenlands Glockengießer geben nicht auf

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Bedrohtes Handwerk: Griechenlands Glockengießer geben nicht auf

Bedrohtes Handwerk: Griechenlands Glockengießer geben nicht auf
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Hört man Kirchengeläut durch ein griechisches Dorf hallen, stammen die Glocken wahrscheinlich von den Brüdern Galanopoulos. Die beiden Brüder Christos und Thomas führen eine Familientradition fort und sind zwei der wenigen verbliebenen Glockengießer des Landes.

"Es gibt so etwas wie moralische Befriedigung, wenn du etwas fortsetzst, was dein Großvater, dein Urgroßvater, dein Ur ur großvater getan haben. Das ist eine ziemlich wichtige Sache", sagt der 55-jährige Christos.

Die Glockengießerei ist ein aufwändiges Handwerk, jeder Arbeitsschritt erfordert Sorgfalt und Genauigkeit. Größe und Form der Glocke bestimmen ihren Ton - keine zwei klingen gleich, so Christos: "Zuerst muss die richtige Form hergestellt werden, in die das Metall gegossen wird. Es ist wichtig, dass keine Feuchtigkeit eindringt. Wenn das Metall schmilzt, wird es zu einem lebenden Organismus, also muss man hier Wissen und Erfahrung haben."

Die größte einzelne Kirchenglocke, die die beiden je gegossen haben, wog mehr als drei Tonnen. Früher haben sie im Jahr 120 Tonnen Metall verarbeitet, seit der Finanzkrise sind es etwa halb soviel.

Trotz schwerer Zeiten haben die Brüder nie daran gedacht, ihre Arbeit aufzugeben. Heute gehen fast 50 Prozent ihrer Glocken ins Ausland - selbst in Australien, in Afrika und den USA sind sie zu hören.