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Russland kann Transitpunkt für internationale Waren in den Iran sein, sagt Sarif Euronews

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Russland kann Transitpunkt für internationale Waren in den Iran sein, sagt Sarif Euronews

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif
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Der Iran hat ein Abkommen mit Russland geschlossen, um die US-Sanktionen zu umgehen. Das hat der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in einem Interview mit euronews bekanntgegeben. Durch das Abkommen sei das Land in der Lage, ausländische Waren zu importieren.

Sarif erklärte weiter, die Übereinkunft werde Teheran erlauben, Russland als Transitland für internationale Produkte zu nutzen. Er bestand jedoch darauf, dass das Abkommen nicht als "Öl für Ware"-Deal bezeichnet werden könne.

Nach hochrangigen Treffen zwischen iranischen Beamten und dem Kreml sprachen beide Seiten davon, Maßnahmen gegen die Androhung von Sanktionen zu ergreifen. Zuvor hatte US-Präsident Trump beschlossen, sich aus dem internationalen Abkommen über das Atomprogramm Teherans von 2015 zurückzuziehen.

Sarif sagte, er habe Abschriften eines Treffens gelesen, das zwischen Ali Akbar Velayati, einem leitenden Berater des iranischen Religionsführers Ayatollah Ali Khamenei und Wladimir Putin, durchgeführt wurde. Das Abkommen konzentriere sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Handel.

"Ich glaube nicht, dass ein Teil dieses Pakets ist, dass wir Öl nach Russland verkaufen und im Gegenzug Waren und Rohstoffe erhalten", sagte Zarif. "Es ist ein viel größeres Paket und es enthält viele andere Variable. Unter anderem soll im Bereich Energie kooperiert werden und der Iran soll die Möglichkeit bekommen, Produkte aus Russland zu kaufen - nicht unbedingt russisch. Auch soll der Iran, Bargeld in Bezug auf seine Energiebeziehungen erhalten können.

Im Mai zog Donald Trump die USA aus dem internationalen Atomabkommen ab und versprach, US-Wirtschaftssanktionen gegen Teheran zu verhängen, um "ein schreckliches einseitiges Abkommen zu untergraben, das niemals hätte abgeschlossen werden dürfen".

Eine Reihe von internationalen Firmen waren gezwungen, ihre Beziehungen zur Islamischen Republik zu überdenken. Viele große Öl- und Erdgasprojekte wurden gefährdet. Stahlproduzenten wollen Lieferungen an den Iran trotz der Proteste des Kremls aussetzen. Moskau vertritt die Meinung, dass US-Sanktionen keine Auswirkungen auf russische Unternehmen haben sollten.

Russland ist angeblich bereit, 50 Milliarden Dollar in die iranische Ölindustrie zu investieren. Russlands Energieminister wurde zitiert, dass ein Abkommen, nach dem Russland dem Iran Waren im Austausch gegen Öl liefern würde, "möglich" sei.

Die Länder der Europäischen Union haben sich geweigert, den USA zu folgen. Sie wollen weitern an dem Atomabkommen festhalten. Mohammad Dschawad Sarif sagte euronews, dass Europa seinen Standpunkt stärker verteidigen und sollte.

"Wer glaubt, dass diese diplomatische Leistung eine sehr wichtige Sicherheitsleistung war, sollte in sie investieren. Sie sollten nicht einfach nur politische Erklärungen abgeben, sondern praktisch in sie investieren", sagte er.

Anfang dieser Woche sagte der US-Finanzminister Steven Mnuchin, dass Washington als Reaktion auf die neu verhängten Sanktionen Ausnahmen für Länder in Betracht ziehen würde, die mehr Zeit benötigten, um ihre Ölimporte aus dem Iran abzubauen.