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Bollwerk Europa: Flüchtlinge nutzen die "neue" Balkanroute

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Bollwerk Europa: Flüchtlinge nutzen die "neue" Balkanroute

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Nicht nur das Mittelmeer ist für Migranten ein Weg nach Europa. Seit Jahresbeginn kommen Flüchtlinge wieder vermehrt auf dem Landweg in die EU. Zwischen 60.000 und 80.000 Migranten sollen laut Experten derzeit auf dem Balkan unterwegs sein. Von einer "neuen" Balkanroute ist die Rede: Von Griechenland aus über Albanien, Montenegro, Serbien und Bosnien strömen Menschen in den Westen. Machen Länder wie Ungarn oder Kroatien ihre Grenzen dicht, weichen die Menschen aus. Schlepper reagieren sofort auf jede Veränderung. Die 170 Kilometer lange Grenze zwischen Albanien und Montenegro liegt derzeit im Trend, sie führt über weite Strecken durch einsame Hügellandschaften. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden dort 2000 illegale Migranten festgenommen.

Im Chaos der Fluchtbewegung gibt es konkrete Hilfe in den sozialen Netzwerken: Über Facebook und Whatsapp werden neue Routen verbreitet. Es gibt sogar Videos, auf denen die besten Schleichwege gezeigt werden, sagt Ratko Rondovic von der Grenzpolizei Montenegros:

"Mobiltelefone werden benutzt, Google-Maps, GPS-Koordinaten und sogar auf YouTube findet man Informationen darüber, wo man die Grenzen von Griechenland nach Bosnien überqueren kann und wo es Polizeipatrouillen gibt."

Ein Grund für die Verlagerung der Flüchtlingströme auf die neue Balkanroute ist der türkisch-griechische Grenzfluss Evros, der in jüngster Zeit vermehrt von Migranten genutzt wird. Er liegt nicht im Fokus Ankaras, da diese Grenze nicht im EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen enthalten ist. Das Bollwerk Europa wird jeweils von der schwächsten Stelle gestürmt.