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Bulgarische Landwirte protestieren gegen Massenkeulungen

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Bulgarische Landwirte protestieren gegen Massenkeulungen

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Die Proteste bulgarischer Landwirte gegen die zwangsweise Tötung von Schafen und Ziegen wegen der Pest der kleinen Wiederkäuer hatten offenbar nur kurzzeitig Erfolg.

Bulgarische Behörden hatten die Keulung von 4000 Tieren in zwei Grenzregionen zur Türkei angeordnet, um die Ausbreitung der hochansteckenden, für den Menschen ungefährlichen Virusinfektion einzudämmen. Wirtschaftsprofessor Vladimir Pavlov hat die Proteste mitorganisiert:

"Wir blockieren Bauernhöfe. Dies ist unser Krieg gegen die Behörden. Und wir haben die Behörden vorübergehend gestoppt, für acht Tage. Gestern haben sie dann wieder mit der Tötung von Tieren in einem Dorf begonnen. Acht Tage haben sie damit aufgehört, aber gestern fing es wieder an."

Die Seuche wurde erstmals in der EU im vergangenen Monat in Bulgarien festgestellt, eingeschleppt vermutlich von einem aus der Türkei stammenden Tier. Spezialisten der EU prüfen, ob Bulgarien angemessene Schritte gegen die Pest der kleinen Wiederkäuer unternimmt. Der Erreger der Seuche ähnelt stark dem Rinderpestvirus.

Marina Ivanova arbeitet als Tierärztin für die Tierschgutzorganisation "Vier Pfoten":

"Empfohlen werden die Beobachtung der Tiere, regelmäßige Blutproben und alle zwei Wochen die Überprüfung auf klinische Symptome. Auf klinische Symptome muss man reagieren. In diesem Fall fiel eine Entscheidung zur Tötung der Tiere."

Der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow warnte vor einer Woche, abhängig vom Urteil der EU-Spezialisten müssten schlimmstenfalls über eine Million Tiere getötet werden. Bulgarien drohe ein dreijähriger Exportstopp für Schaf- und Ziegenprodukte.