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Gericht zwingt Britin bis 2020 verheiratet zu bleiben

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Gericht zwingt Britin bis 2020 verheiratet zu bleiben

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Tini Owens ist 68 Jahre alt und will sich scheiden lassen, weil sie ihren Mann Hugh nicht mehr liebt. Jedoch entschieden Richter im höchsten Gericht Großbritanniens, dass sie das nicht tun kann, bis das Paar mindestens fünf Jahre lang getrennt gelebt hat - oder sie beweist, dass er sich "unvernünftig" verhalten hat.

Das Paar ist seit 40 Jahren verheiratet.

Die Richter am Obersten Gerichtshof weigerten sich, ein früheres Urteil aufzuheben, wonach Frau Owens die Ehe nur dann sofort beenden konnte, wenn ihr Mann untreu oder unvernünftig gewesen wäre, was Hugh Owens dementiert.

Laut Richterspruch ist es Sache des Parlaments, das Gesetz gegebenenfalls zu ändern.

Aktivisten und Scheidungsanwälte wollen eine "Keine-Fehler-Scheidung" einführen, die sofort umgesetzt werden kann, ohne dass über die Schuld des Eheaus entschieden werden muss.

"Das ist eine extrem unfaire Situation", sagte Alex Carruthers, Partner bei Hughes Fowler Carruthers. "Die Richter wurden durch Gesetze gelenkt, die vor fast 50 Jahren erlassen wurden und nicht mehr zweitgemäß sind. Der Ruf in der Anwaltschaft nach einer Reform unserer Scheidungsgesetze und der Einführung 'fehlerfreier' Scheidungen ist jetzt ohrenbetäubend."

Das britische Recht erlaubt es Paaren derzeit, ihre Ehe zu beenden, wenn sich ein Partner "unvernünftig" verhalten, Ehebruch begangen hat oder wenn beide Parteien einverstanden sind und sie zwei Jahren getrennt gelebt haben. Für den Fall, dass die beiden Partner den Wunsch nach Scheidung nicht teilen, müssen sie vor der rechtlichen Trennung fünf Jahre lang getrennt gelebt haben.

Herr und Frau Owens leben seit 2015 nicht mehr zusammen.