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Richard Wagner: "eine ganz neue Klangwelt"

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Richard Wagner: "eine ganz neue Klangwelt"

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Die schwedische Sopranistin Nina Stemme und der deutsche Bass René Pape gehören zu den gefragtesten Wagner-Interpreten unserer Zeit. In diesem Bonus erzählen sie von ihren ersten Erfahrungen mit "Parsifal".

Nina Stemme: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Werk kannte, bevor ich nach Bayreuth gekommen bin. Dort habe ich mir die Generalprobe angeschaut, und war vor allem vom ersten Akt total überwältigt. Die Musik war eine ganz neue Klangwelt für mich, vor allem in diesem Saal in Bayreuth. Der erste Akt diente damals übrigens als Schlaflied für unsere erste Tochter, die gerade erst geboren war, ein sehr langes."

Im Oktober bekommt Nina Stemme den Birgit-Nilsson-Preis verliehen. Die unregelmäßig verliehene Auszeichnung soll "außerordentliche Erfolge“ auf dem gesamten Gebiet der Liedkunst (Oper, Konzert, Oratorium, Lied) würdigen und wird an aktive Sänger, Orchester oder Dirigenten vergeben. Mit einem Preisgeld von einer Million Dollar (ca. 838.000 Euro) ist der Preis die höchstdotierte Auszeichnung weltweit. Er wurde von der schwedischen Opernsängerin Birgit Nilsson gestiftet, die am 17. Mai 100 Jahre alt geworden wäre.

"Ich wollte einfach weitersingen"

René Pape: "Ich kann mich an die Phase erinnern, in der ich die Partie studiert habe, die Partie des Gurnemanz. Das war eine sehr intensive Zeit. Man schlägt den Klavierauszug auf und blättert durch und weiß, es hört nie auf, also zumindest der erste Akt ist für den Gurnemanz doch sehr umfangreich."

"Ich kann mich genau an die Generalprobe 2003 in New York erinnern. Ich habe während der Probenphase immer gedacht: Ok, wenn du an die Stelle kommst, im dritten Akt am Schluss: Mittag, 'die Stund ist da, gestatte Herr, dass dein Knecht dich geleite', dann machst du drei Kreuze und bist wahnsinnig glücklich, dass alles vorbei ist. Als wir dann in der Generalprobe an die Stelle gekommen sind, war ich so positiv in einer Art musikalischen Trance und es hat alles sehr gut funktioniert, dass ich einfach weitersingen wollte. Und ich hab mich gefragt: Warum ist das Stück jetzt für mich zu Ende."

_Nina Stemme: "_Auf der Bühne gehe ich völlig in meinen Rollen auf. Das ist anstrengend, danach ist man total ausgelaugt, aber man spürt es nicht, man ist voller Adrenalin und so muss es auch sein. Ich denke, man erwartet als Publikum dieses künstlerische Opfer, das wir auf der Bühne bringen, man will fühlen, wie viel wir von uns selbst geben."

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