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Neuwahl-Forderungen in Pakistan werden lauter

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Nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl in Pakistan beginnt für den früheren Kricket-Star Imran Khan die Suche nach Koalitionspartnern. Die Bewegung für Gerechtigkeit des 65-Jährigen gewann 115 von 272 Wahlkreisen und verfehlte damit deutlich die Parlamentsmehrheit von 172 Sitzen.

Zuvor hatte die Wahlkommission Manipulationsvorwürfe zurückgewiesen. Mehrere Oppositionsparteien erneuerten trotzdem ihre Forderung nach Neuwahlen.

Die bisherige Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga erklärte, sie werde alle anderen Parteien, die das Wahlergebnis nicht anerkennen, kontaktieren und mit ihnen die weitere Vorgehensweise besprechen. Die Muslim-Liga setzte sich nach offiziellen Angaben nur in 63 Wahlkreisen durch. Sie verlor laut Analysten viele Wählerstimmen an einzeln angetretene radikalislamische Kandidaten.

Kritik der EU-Wahlbeobachter

Wahlbeobachter der Europäischen Union kritisierten vorwiegend Einschränkungen der Pressefreiheit und das allgemeine Umfeld des Wahlkampfes. Der Deutsche Michael Grahler leitete die EU-Wahlbeobachtermission:

"Obwohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert worden sind, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es an Chancengleichheit gefehlt hat. Kandidaten mit großer politischer Anziehungskraft und finanziellen Mitteln, die so genannten "Electables", dominierten oft die Kampagne. Und uneinheitliche Regeln für Wahlkampfausgaben haben die Chancengleichheit der Kandidaten weiter untergraben."

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, Deutschland stehe bereit, mit der neuen pakistanischen Regierung eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Deren wichtigste Herausforderungen seien die Verbesserung der Lebensbedingungen, die Bekämpfung der Korruption und die Stärkung der regionalen Stabilität.