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"Untragbar": Papst ändert kirchliche Lehre über Todesstrafe

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"Untragbar": Papst ändert kirchliche Lehre über Todesstrafe

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Die katholische Kirche stellt sich in allen Fällen gegen die Todesstrafe. Der Katechismus, das Handbuch für Grundfragen des christlichen Glaubens, sei entsprechend angepasst worden, teilte der Vatikan mit. Dort heißt es nun:

"Die Todesstrafe ist untragbar, denn sie ist ein Angriff auf die Unantastbarkeit und die Würde des Menschen"

Papst Franziskus ist gegen die Todesstrafe

Über Jahrhunderte hatte die Kirche die Todesstrafe als äußerste Strafe für sehr schwere Verbrechen nicht ausgeschlossen. Die jetzige Entscheidung reflektiert die Haltung von Papst Franziskus, der sich seit seiner Wahl vor 5 Jahren immer wieder für eine Abschaffung eingesetzt hatte.

Zur Begründung erklärte der Vatikan weiter:

"Es gibt heute zunehmend die Wahrnehmung, dass die Würde eines Menschen auch nach einem besonders schweren Verbrechen nicht verloren geht. Es wurden effektive Systeme der Haft entwickelt, die die Sicherheit der Bevölkerung sicherstellen und gleichzeitig dem Schuldigen nicht die Möglichkeit der Sühne nehmen."

Widerstand wird aus den USA erwartet

Die Kirche arbeite weltweit mit Entschlossenheit an der Abschaffung der Todesstrafe, so weiter.

Die Entscheidung wird mutmaßlich zu Widerständen bei Gläubigen in Ländern führen, in denen die Todesstrafe legal ist, beispielsweise in den Vereinigten Staaten.

Laut Amnesty International wurden im vergangenen Jahr in 53 Ländern Menschen hingerichtet. Zuletzt standen vor allem China und der Iran in der Kritik.

In den vergangenen Jahren war das Kolosseum in Rom jedes Mal erleuchtet worden, wenn ein Land auf der Welt die Todesstrafe abgeschafft hatte.