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Russische Gefängnisse: Folter "an der Tagesordnung"

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Russische Gefängnisse: Folter "an der Tagesordnung"

Russische Gefängnisse: Folter "an der Tagesordnung"
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Ein Folterskandal in Gefängnissen beschäftigt derzeit die russische Justiz.

"Es ist sehr schwierig einen Brief aus dem Gefängnis zu schreiben in dem steht, dass man gefoltert wird"

Alexei Fedyarov Imprisoned Russia

Die Russische NGO "Imprisoned Russia" beklagt, Folter sei an der Tagesordnung in russischen Gefängnissen, doch Hilferufe seien unmöglich für die Betroffenen.

"Es ist sehr schwierig einen Brief aus dem Gefängnis zu schreiben, in dem steht, dass man gefoltert wird. Die Zensur lässt das nicht zu. So ein Brief verlässt das Gefängnis einfach nicht", erklärt Alexei Fedyarov von "Imprisoned Russia"

Botschaft durch einen Kuss

Sergei Nikonorov, der in Haft gefoltert wurde, weil er sich geweigert hatte ein Haus für einen Direktor des Gefängnisses zu bauen, erklärt wie er die Ereignisse durch eine versteckte Botschaft an seine Frau weitergeben konnte:

"Ich konnte keine Beschwerde auf legalem Wege einreichen. Das hier ist eine verschlossene Kapsel. Ich habe sie an meine Frau weitergegeben, durch einen Kuss. Ich habe es in den Mund gesteckt, ich konnte normal sprechen, und die Wachen haben nichts mitbekommen. Und so habe ich die Botschaft nach draußen gekriegt mit einem Kuss, von meinen Lippen auf ihre."

Nikonorovs kreative Aktion hatte Erfolg. Seine Botschaft aus dem Gefängnis führte dazu, dass ein Direktor der Anstalt zu 3 Jahren Haft verurteilt wurde.