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Häuser für 1 Euro: Sizilianisches Dorf will nicht aufgeben

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Häuser für 1 Euro: Sizilianisches Dorf will nicht aufgeben

3.000 Einwohner zählt San Piero Patti
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San Piero Patti im Norden Siziliens wird von seinen Bewohnern verlassen: Die einen gehen weil sie alt sind - die anderen ziehen zum Studieren aus und kehren niemals heim. Doch nun kämpft eine junge Gruppe von Zuhausegebliebenen gegen das Sterben ihrer Stadt - mit Häusern zum Kaufpreis von einem Euro.

Hier ist man mit der Natur im Gleichgewicht, hat eine bessere Lebensqualität. Und trotzdem gibt es einen Dienstleistungssektor

Gianluca Camuti Gemeinde San Piero Patti

"Wir schrumpfen um 60 bis 70 Prozent pro Jahr - in einem Dorf von nur 3.000 Einwohnern", erklärt Gianluca Camuti. Er sitzt im Gemeinderat und ist einer der Ideengeber für das Ein-Euro-Projekt. "Die verlassenen Häuser schwer zu verkaufen. Viele von ihnen sind in einem schlechten Zustand. Für die Erben ist es besser, sich die Steuern dafür zu sparen."

Unterschiede zu anderen Initiativen

San Piero Patti ist allerdings nicht das erste Dorf, das verlassene Häuser für einen Euro anbietet. Und es wäre nicht das erste, das damit scheitert. "Es gibt hier aber zwei Vorteile: Wir sind nah am Meerund leben in einer ruhigen Umgebung", so Camuti. "Hier ist man mit der Natur im Gleichgewicht, hat eine bessere Lebensqualität. Und trotzdem gibt es einen Diestleistungssektor."

Und noch einen Unterschied gibt es: In anderen Dörfern wurden die Häuser häufig an die Gemeinde verschenkt - die dann aber nicht unter Marktwert verkaufen durfte. In San Piero Patti wird die Gemeinde nur den Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer herstellen und bei den bürokratischen Arbeiten unterstützen.

Die Gemeinde verfügt über eine Internetseite, auf der bisher aber keine Häuser angeboten werden.