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Regierungswechsel in Kolumbien - Friedensprozess in Gefahr

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Regierungswechsel in Kolumbien - Friedensprozess in Gefahr

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Iván Duque übernimmt in Kolumbien das höchste Staatsamt von seinem Vorgänger, dem Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Der scheidende Präsident bangt um sein Lebenswerk.

Vor knapp zwei Jahren hatte er den historischen Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen unterzeichnet und damit den seit einem halben Jahrhundert tobenden Bürgerkrieg mit 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen beendet.

Doch sein Nachfolger Iván Duque hat andere Pläne. Der konservative Politiker hat angekündigt, den Friedensvertrag mit der Farc zu ändern.

Fraglich ist auch, wie Kolumbien künftig auf die Flüchtlingsströme aus dem Nachbarland reagiert. Tausende Venezolaner verlassen ihre Heimat. Noch stoßen sie dort auf offene Arme, doch das könnte sich bald ändern.

Dazu die Analystin Marcela Prieto Botero:

"Man muss abwarten, welche Position Ivan Duque gegenüber Venezuela einnimmt. Viel hängt auch von der Unterstützung der Opposition und auf internationale Ebene, von den Vereinigten Staaten ab. US-Präsident Donald Trump hat die Sanktionen gegen Venezuela verschärft und die Vorkommnisse dort als absolut unakzeptabel bezeichnet".

Zudem erwarten die Kolumbi aner vom neuen Präsidenten Antworten auf die Probleme des Alltags.

Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich zwar deutlich verbessert, doch noch immer treiben zahlreiche bewaffnete Banden in dem Land ihr Unwesen.

Drogenhandel, Schutzgelderpressung und illegaler Bergbau versprechen astronomische Gewinne. Viele ehemalige Rebellen haben kriminelle Banden gegründet.

Sollten ihnen bei der Rückkehr ins Zivilleben von der neuen Regierung nun Steine in den Weg gelegt werden, könnte ein Leben im Untergrund vielen ehemaligen Farc-Kämpfern wieder äußerst attraktiv erscheinen.