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Erdbebenopfer warten auf Hilfe

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Erdbebenopfer warten auf Hilfe

Bergungshelfer in Trümmern der eingestürzten Moschee
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Nach dem erneuten schweren Erdbeben in Indonesien ist die Freude über jeden, der lebend geborgen werden kann, groß. So wie hier auf der Insel Lombok, wo Katastrophenhelfer eine 23-Jährige unter den Trümmern eines eingestürzten Supermarktes bergen konnten.

"Wir haben mehrmals versucht, einen Zugang zu schaffen, aber ein Kühlschrank war im Weg. Das hat es erschwert. Als wir dann rankamen, hörten wir eine Stimme", sagte ein an der Rettung beteiligter Helfer.

Ein weiterer Überlebender wurde aus dem Schutt der zerstörten Jabal-Nur-Moschee gerettet. Rund 120 Gläubige befanden sich in dem Gebäude beim Gebet, als das Erdbeben der Stärke 6,9 es zum Einsturz brachte. Viele konnten sich befreien.

Laut den indonesischen Behörden forderte das Beben bislang über 130 Todesopfer. Es wird erwartet, dass diese Zahl nach oben korrigiert wird, wenn die Aufräumarbeiten weiter voranschreiten.

Derweil bahnt sich eine humanitäre Krise an: Zehntausende Menschen haben ihre Häuser verloren und benötigen Trinkwasser, Nahrung und medizinische Versorgung. Noch immer warten Dörfer in der Nähe des Epizentrums auf Hilfe, so wie die Einwohner von Kayangan im Norden Lomboks: "In die Dörfer weiter unten wurde Hilfe geschickt, hier ist noch nichts angekommen. Die Leute da haben alles genommen, hier - nichts."

In einem Camp im Norden der Insel verbringen obdachlos gewordene Menschen die Nächte in provisorischen Zelten. Der größte Bedarf besteht an Wasser, denn das Erdbeben hat die Quellen blockiert und Supermärkte zerstört. Die Erdbebenopfer sind darauf angewiesen, dass Freunde und Verwandte Vorräte aus weniger betroffenen Gebieten bringen.

Ruhig schlafen kann hier niemand: "Wir können nachts noch immer die Nachbeben spüren, so wie letzte Nacht, deshalb bleiben wir wach", sagt eine besorgte Frau.