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"Hothouse Erde": Unser Planet steuert auf eine Heißzeit zu

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"Hothouse Erde": Unser Planet steuert auf eine Heißzeit zu

Ein Truck in Pedreira vor rauchverdunkelter Sonne
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Hitze, Trockenheit, Waldbrände - unser Planet zeigt sich nun schon seit Monaten von seiner heißesten Seite, wie auch hier in Griechenland, wo ganze Landstriche niedergebrannt sind.

Laut einer diese Woche in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie müssen wir uns in Zukunft daran gewöhnen, denn die Erde steuere auf eine Heißzeit zu, so die Forscher. Falls die Erde zum sogenannten "hothouse" wird, könnten sich die Temperaturen um 4 bis 5 Grad erhöhen und der Meeresspiegel um bis zu 60m steigen.

Christos Zerefeos, Professor für Physik der Atmosphäre und Leiter des Research Center for Atmospheric Physics & Climatology an der Academy of Athens, erklärt: "Für die einzelnen Phänomene an sich kann man nicht den Klimawandel verantwortlich machen. Aber über einen Zeitraum von dreißig Jahren besteht ein Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Frequenz extremer Phänomene und dem Klimawandel."

Momentan ist es durchschnittlich etwas über ein Grad wärmer als zur vorindustriellen Zeit. Doch selbst wenn sich alle an das Pariser Klimaabkommen von 2015 halten und der Temperaturanstieg vorläufig auf zwei Grad begrenzt würde, ist laut den Ergebnissen der Studie fraglich, ob nicht trotzdem unwiderrufliche Klimaprozesse angestoßen worden sind, die auch ohne menschliches Zutun eine noch stärkere Erwärmung bewirken würden. Dafür verantwortlich sind sogenannte Kippelemente im Klimasystem, wie die Eisschmelze in der Antarktis, das Auftauen der Permafrostböden in Russland und das Ökosystem rund um den Amazonas. Ist das Eis der Antarktis einmal abgeschmolzen, ist es unwiederbringlich verloren, der "Schalter" also umgelegt.

Stockholm Resilience Centre
Übersicht möglicher KippelementeStockholm Resilience Centre

"Der Teil des Klimawandels, der durch die Menschen verursacht wird, kann reduziert werden und eigentlich können auch die Folgen reduziert werden, wenn sich die Leute anpassen, wenn sie üben, wenn sie lernen, sich, ihre Familien und ihr Eigentum zu schützen", meint Zerefos.

Dazu gehört auch, unseren Planeten zu schützen und Verantwortung für uns und unsere Umwelt zu übernehmen: zum Beispiel durch Erhaltung der Artenvielfalt, Verbesserungen in Forst-, Agrar- und Bodenwirtschaft und Möglichkeiten, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu ziehen und unterirdisch zu lagern.