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Deutscher Pharmakonzern will Hinrichtung in den USA verhindern

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Deutscher Pharmakonzern will Hinrichtung in den USA verhindern

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Der deutsche Pharmakonzern Fresenius Kabi will eine Hinrichtung im Bundesstaat Nebraska gerichtlich stoppen. Dienstagabend hatte das Unternehmen Klage eingereicht: Nebraska habe sich illegal zwei von dem Konzern hergestellte Substanzen beschafft, die bei einer Hinrichtung per Giftspritze verwendet werden sollen.

Fresenius will nicht Lieferant des Todes sein

Fresenius begründet seine Klage mit der eigenen Haltung zur Todesstrafe und der möglichen Rufschädigung vor allem in Europa, das gegen die Todesstrafe eingestellt sei. Juristisch argumentiert Fresenius, dass es entsprechend seines ethischen Kodex für die Hinrichtung per Giftspritze notwendige Substanzen nicht an Haftanstalten verkaufe. Die Mittel könnten also nur unter Umgehung geltender Vertriebsverträge an die Vollzugsbehörde gelangt sein. Nebraska hat sich zu den Quellen seines Todescocktails nicht geäußert. Fresenius Kabi will deren Nutzung vorübergehend oder möglichst ganz verbieten lassen.

Bei den beiden Substanzen handelt es sich um ein Mittel zur Muskelentspannung und um Kaliumchlorid, das den Herzschlag beendet. Der so genannte Todescocktail beinhaltet üblicherweise vier Substanzen: die komplette Mischung enthält noch das Beruhigungsmittel Diazepam und das Betäubungsmittel Fentanylcitrat.

Beschaffungsprobleme für den Todescocktail

Amerikanische Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe per Giftspritze vollstreckt wird, haben es immer schwerer, an die Bestandteile zu kommen – immer mehr Pharmaunternehmen lehnen die Lieferung aus ethischen Gründen ab.