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Die wahre Geschichte hinter den 'ausgebüxten Heavy-Metal-Opas'

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Die wahre Geschichte hinter den 'ausgebüxten Heavy-Metal-Opas'

Metal-Fans beim Wacken-Festival
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Medien weltweit hatten über die Meldung berichtet, nach der zwei betagtere Männer aus einem Altenheim entflohen sind, um auf das Wacken-Festival zu gehen. Die wahre Geschichte bringt einen weniger zum Schmunzeln.

Überschriften wie "Zwei Rentner büxten aus ihrem Altersheim aus, um nach Wacken zu fahren. Einmal Rocker, immer Rocker!" (FAZ), "Die verrückte Irrfahrt der Heavy-Metal-Rentner" (SPIEGEL ONLINE) oder "Sie wollten nach Wacken: Senioren hauen aus Heim ab" (BILD) machten im Internet schnell die Runde.

Auch zahlreiche internationale Medien zitierten einen Polizeibericht zum Heavy-Metal-Festival nördlich von Hamburg. Darin schrieb die Polizei Itzehoe: "Gegen 03.00 Uhr kümmerte sich eine Streife um zwei betagtere Herren, die an dem Metal-Festival offenbar Gefallen gefunden und sich aus einem Dithmarscher Altenheim auf den Weg gen Wacken gemacht hatten. (...)".

Euronews hat nachgefragt. Wie die Polizei Itzehoe auf Anfrage mitteilte, wurden Beamte von Teilnehmern des Festivals über eine "Person in hilfloser Lage" an einer Bushaltestelle außerhalb des Festivalgeländes informiert. Der 59-Jährige sei desorientiert und alkoholisiert gewesen. Er wurde im Sanitätszelt des Festivals versorgt.

Durch Gespräche habe man dann herausgefunden, dass er in Begleitung eines anderen 58-jährigen Mannes unterwegs gewesen sei. "Dieser konnte anschließend schlafend auf der Bank der gleichen Bushaltestelle angetroffen werden."

Die Männer hätten an der Bushaltestelle auf einen Bus gewartet. Allerdings wird die Station wegen des Festivals nicht angefahren.

"Zwischenzeitlich konnte ermittelt werden, dass beide Männer aus einer Pflegeeinrichtung für psychisch erkrankte Menschen in Dithmarschen abgängig waren.

Über die Pflegeeinrichtung wurde der Rücktransport mittels eines Taxis organisiert. Nachdem den beiden Männern mitgeteilt wurde, dass sie mit dem Taxi in die Pflegeeinrichtung zurückgebracht werden sollen, stiegen beide freiwillig in das bestellte Taxi," so Peter Berndt von der Polizeidirektion Itzehoe.

Einige Medien haben mittlerweile ihre Titel geändert, Spiegel Online hat einen Vermerk dazu veröffentlicht, in dem sich die Redaktion für den leichten Ton der ersten Berichterstattung entschuldigte.