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Jubel und Frust nach Abtreibungs-Entscheidung in Argentinien

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Jubel und Frust nach Abtreibungs-Entscheidung in Argentinien

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Nach der Entscheidung des argentinischen Senats gegen die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen haben Abtreibungsgegner in Buenos Aires die Entscheidung gefeiert.

Nach mehr als 15-stündiger Debatte hatten die Senatoren gegen den Gesetzesvorschlag gestimmt, obwohl Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung für eine Liberalisierung ist.

"Es war ein Gesetzesvorschlag gegen das Leben ab der Empfàngnis, gegen Frauen. Deshalb feiern wir heute. Wir feiern Demokratie, Föderalismus und zwei Leben, das der Frau und das des ungeboreren Kindes", sagte eine Abtreibungsgegnerin.

350.000 illegale Abtreibungen

Enttäuschung gab es dagegen bei Befürwortern von Abtreibungen. Viele hatten auf eine Lösung des Problems der vielen illegalen Schwangerschaftsabbrüche gehofft. Laut Gesundheitsministerium treiben in Argentinien jährlich mehr als 350.000 Frauen illegal ab. 50.000 müssen wegen Komplikationen nach solchen Eingriffen im Krankenhaus behandelt werden.

"Wir hatten die Chance, Geschichte zu schreiben, stattdessen bestätigen wir dasselbe System, das uns im Moment schadet", so eine Demonstrantin.

Vor allem die katholische Kirche hatte sich für ein Verbot von Abtreibungen stark gemacht.

Nach der Entscheidung kam es zu Ausschreitungen rund um das Senatsgebäude, Demonstranten warfen mit Flaschen und Steinen. 8 Menschen wurden festgenommen und eine Frau wurde bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt,

Nach der aktuellen Gesetzgebung ist eine Abtreibung in Argentinien nur nach Vergewaltigung oder einer Gefahr für Mutter oder Kind erlaubt.