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Abtreibungsdebatte: Macri sieht "grundsätzliches Problem"

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Abtreibungsdebatte: Macri sieht "grundsätzliches Problem"

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Nachdem der argentinische Senat eine Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes abgelehnt hat, geht die Debatte weiter. Feministische Bewegungen haben angekündigt, den Kampf weiterführen zu wollen. Die Diskussion in Argentinien hat auch in anderen Ländern Südamerikas einen Stein ins Rollen gebracht.

Wir möchten, dass diese Mädchen die Möglichkeit haben ihren Lebensweg selbst zu wählen und zu planen"

Mauricio Macri Präsident Argentinien

Für Beobachter gilt die Diskussion deswegen als Fortschritt in einem konservativen Land, in dem das Thema Abtreibung lange ein Tabu war.

Präsident Mauricio Macri, der sich persönlich gegen Abtreibungen ausgesprochen hatte, hatte die Abgeordneten aufgefordert, nach ihrem Gewissen abzustimmen.

Macri: "Grundsätzliches Problem"

"Wir haben ein grundsätzliches Problem, das sich nicht mit einem Gesetz mehr oder weniger lösen lässt. Wir haben mehr als 100.000 Kinder, die aus ungewollten Schwangerschaften von Teenagern geboren werden. Das ist ein zentrales Thema für mich, an dem ich täglich arbeiten werde. Denn wir möchten, dass diese Mädchen die Möglichkeit haben ihren Lebensweg selbst zu wählen und zu planen."

Macri muss bis nächstes Jahr warten, um eine neue Gesetzesänderung einzubringen. Ein Referendum soll es nach dem Willen des Präsidenten nicht geben.

55 Prozent der Argentinien für Legalisierung

Laut der Umfrage einer Universität sprechen sich 55 Prozent der Argentinier für eine Legalisierung von Abtreibungen aus. Bisher sind Schwangerschaftsabbrüche in Argentinien nur im Falle von Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr der Mutter erlaubt. In allen anderen Fällen machen sich sowohl die Ärzte als auch die Frauen strafbar. Schätzungen zufolge gibt es jedes Jahr 350.000 illegale Abtreibungen.