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Dürre: Island exportiert Heu nach Norwegen

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Dürre: Island exportiert Heu nach Norwegen

Dürre: Island exportiert Heu nach Norwegen
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Skandinavien leidet unter der Trockenheit, viele Bauern verfüttern jetzt ihr für den kommenden Winter eingelagertes Heu, um ihre Tiere durchzubringen, um Notschlachtungen und damit weitere finanzielle Verluste zu vermeiden. Normalerweise gibt es eine zweite und dritte Futtermittelernte – dieses Jahr wohl nicht. Der Dänische Minister für Umwelt und Ernährung, Jakob Ellemann-Jensen:

"Es macht keinen Sinn, Samen auf Beton zu säen und dann etwas davon zu erwarten. Wir müssen auf Regen warten - daüber haben wir keine Kontrolle, es ist, wie es ist..."

Heu wird gehandelt wie Gold, der Markt ist leergefegt

Schweden und Dänen kaufen in der Not zu Höchstpreisen, Norwegen importiert sogar aus Island. In den nächsten drei Monaten sollen rund 35.000 Tonnen verschifft werden. Viel Regen hat dort zu einer Überproduktion geführt, rund 50.000 Ballen werden aufs trockene Festland geschickt. Sunna Valgerdardottir berichtet für das isländische Fernsehen:

"Das hier sind gut 400 Ballen Heu. Um den Auftrag aus Norwegen zu erfüllen, werden etwa 120 solcher Chargen benötigt. Sie werden in etwa 1300 Lkw-Ladungen von den Bauern zum Hafen transportiert."

Eine teure Zwischenlösung für Norwegen

Die Transportkosten sind hoch, außerdem besteht die Gefahr, mit dem Heu Krankheitserreger oder Unkraut einzuschleppen. Eine teure Zwischenlösung für Norwegen, denn Brüssel springt nicht für die norwegische Landwirtschaft ein. Im trockensten Sommer seit über 70 Jahren hat Norwegen als Soforthilfe für seine Bauern die Einfuhrzölle für Heu aus dem Ausland auf Null gesetzt.