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Judo Grand Prix in Budapest: Nippon kaum zu schlagen

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Judo Grand Prix in Budapest: Nippon kaum zu schlagen

Judo Grand Prix in Budapest: Nippon kaum zu schlagen
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Nippon in Hochform am ersten Wettkampftag des Judo Grand Prix von Budapest: Vier Goldmedaillen räumten die Kämpfer aus Japan ab.

Doch blicken wir zunächst auf eine Brasilianerin: Rafaela Silva hatte nach ihrem Olympiasieg von Rio vor zwei Jahren lange auf erneutes Gold warten müssen. In Budapest war es nun so weit: In der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm bezwang sie im Finale die Deutsche Theresa Stoll. In der Weltrangliste wurde Silva zuletzt auf dem 14. Platz geführt, mit dem Sieg in der ungarischen Hauptstadt hat sie fleißig Punkte gesammelt, um wieder ein gutes Stück nach oben zu klettern.

Theresa Stoll wähnte sich schon als Siegerin, doch der Videoschiedsrichter hatte etwas dagegen. Der Ippon der Deutschen war somit doch keiner. Wenige Sekunden vor dem Ende des Kampfes bekam Silva ihren zweiten Waza-Ari zugesprochen. Der war dann Gold wert.

„Ich freue mich, sehr mal wieder auf dem Treppchen zu stehen. In Zagreb lief es schon gut, da habe ich knapp Bronze verpasst. Jetzt habe ich hier Gold gewonnen. Ich bin auf dem richtigen Weg, um dann eine gute WM zu bestreiten“, so Silva.

Ryuju Nagayama war einer der vier japanischen Sieger des Tages. Der Weltranglistenzweite in der Klasse bis 60 Kilogramm stand dem Russen Albert Oguzow im Finale gegenüber. Fünf Siege bei Grand-Prix- und Grand-Slam-Turnieren hat Nagayama jetzt auf der Habenseite - nicht schlecht für einen 22-Jährigen.

„Da dies das letzte Turnier vor der WM ist und das Teilnehmerfeld sehr stark war, gibt mir dieser Sieg viel Selbstvertrauen. Weltmeister zu werden, wäre großartig, das will jeder Sportler, also werde ich es versuchen", sagte Nagayama.

Und noch mehr japanische Erfolge in Budapest: Bei den Damen bis 48 Kilogramm bezwang Hiromi Endo ihre Landsfrau Tamami Yamazaki mit dem Schulterwurf Morote-Seoi-Nage.

Kenzo Tagawa - seines Zeichens Grand-Slam-Sieger von Düsseldorf - gewann in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm gegen den Überraschungsfinalisten Mohamed Abdelmawgoud aus Ägypten. Ein Ko-Uchi-Gake, ein kleiner Innenhakler, verschaffte dem Japaner den siegbringenden Ippon.

Natsumi Tsunoda, auch sie für Japan am Start, zeigte ebenfalls hervorragende Fußarbeit: Sie überwand die Belgierin Charline van Snick mit einem Ko-Uchi-Gari. Für die kleine Innensichel gab's Gold in der Gewichtsklasse bis 54 Kilo.

Für den Wurf des Tages war der Moldawier Denis Vieru zuständig: Im Bronzekampf der Männer bis 66 Kilogramm gelang ihm dieser sehenswerte Osoto-Gari. Die große Außensichel in Perfektion.

Und das Beste am Schluss, zumindest aus Sicht der heimischen Zuschauer in Budapest: Hedvig Karakas holte bei den Damen bis 57 Kilogramm Bronze. Im Halbfinale hatte sich die 28-Jährige der Brasilianerin Rafaela Silva geschlagen geben müssen, spätestens in diesem Augenblick war das vergessen.