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Krokodile im juristischen Niemandsland

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Krokodile im juristischen Niemandsland

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Die Westbank ist palästinensisches Autonomiegebiet, in denen es rund 350 israelische Siedlungen gibt. Mitte der 90er versuchte sich ein israelischer Unternehmer mit der Krokodilzucht, dann wurden die Tiere 2012 unter Artenschutz gestellt, sie dürfen nicht getötet werden. Niemand weiß, was mit ihnen geschehen soll, sie haben sich seitdem kräftig vermehrt, hunderte der Reptilien leben auf dem Gelände, dutzende sind seitdem entkommen.

David Elhayani, Leiter des Regionalrats im Jordantal:

"Ein Krokodil kann über 100 Jahre alt werden. Hier auf der Farm gibt es große und kleine Krokodile, das heißt, dass es schlüpfen immer neue Krokodile. In fünf Jahren haben wir vielleicht tausende Krokodile – und keine Lösung. Und wenn ein Krokodil es bis in den Jordan schafft und wir dann einen internationalen Zwischenfall am Grenzfluss haben, dann wacht vielleicht jemand auf und versucht, eine schnelle Lösung für dieses Problem zu finden, aber einfach wird das nicht".

Der Besitzer hat mehrfach versucht, die Krokodile zu verkaufen, sie nach Zypern umzusiedeln - erfolglos. 70 von ihnen entkamen vor einigen Jahren bei einem grossen Fluchtversuch, ihr Schicksal wurde bei einer dreitägigen Jagd geklärt. Versorgt von einem Tierpfleger, täglich gefüttert mit toten Hühnern, harren jetzt hunderte heimatlose Reptilien ihres Schicksals im juristischen Niemandsland.