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Präsidentschaftskandidaten diskutieren ohne Lula

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Präsidentschaftskandidaten diskutieren ohne Lula

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Die aussichtsreichsten Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in Brasilien am 7. Oktober sind in einer ersten Fernsehdiskussion aufeinander getroffen - mit einer Ausnahme. Der inhaftierte Lula da Silva war nicht dabei.

Die Umfragen sehen derzeit Jair Bolsonaro von der rechtsgerichteten Partei PSL auf dem zweiten Rang hinter Lula. Bolsonaro sagt: „Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir Brasilien an die erste Stelle setzen. Das werden wir im Namen Gottes tun und ihn immer um Führung bitten, um die Probleme so gut wie möglich zu lösen. Brasilien verkraftet keine weitere Legislaturperiode unter Leitung der Arbeiterpartei oder der Sozialdemokraten.“

Lula, Spitzenkandidat der Arbeiterpartei, wurde im Juli 2017 wegen Korruption zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt, die später auf zwölf Jahre erhöht wurde. Dass er bei der Wahl überhaupt antreten darf, ist zweifelhaft. Die rechtskräftige Verurteilung verbietet ihm das eigentlich.

Lulas Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten Fernando Haddad verlas einen Brief des Inhaftierten: „Die Entscheidung, mich von der Fernsehdiskussion auszuschließen, verletzt das Recht des Volkes und der anderen Kandidaten, sich mit meinen Vorschlägen auseinanderzusetzen, mir in die Augen zu blicken, mich zu kritisieren und meine Antworten auf ihre Fragen zu erhalten“, sagte Haddad in Lulas Namen.

Der in Brasilien sehr populäre Lula da Silva war bereits von 2003 bis 2011 Staatsoberhaupt, die Korruptionsvorwürfe bestreitet er.