Lukaschenkos Brandrede vor Migranten: Deutschland über alles?

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Von Euronews mit AP, AFP
Präsident Alexander Lukaschenko bei seiner Rede an der belarussisch-polnischen Grenze
Präsident Alexander Lukaschenko bei seiner Rede an der belarussisch-polnischen Grenze   -   Copyright  Maxim Guchek/BelTA via AP   -  

Die Innenräume einer Übergangsunterkunft für Migranten im polnischen Wedrzyn rund 50 Kilometer östlich von Frankfurt an der Oder sind teilweise verwüstet worden - offenbar aus Frust der überwiegend männlichen Bewohner, die teilweise bei der Randale von Überwachungskameras gefilmt wurden.

Dort sind rund 600 Menschen untergebracht, die über Belarus kommend die EU-Grenze zu Polen überwunden haben. 

Die Betreiber der eingezäunten ehemaligen Kaserne sagen, die Hälfte der überwiegend männlichen Bewohner seien Kurden aus dem Irak. Hundert Bewohner hätten das Mobiliar zertrümmert, heißt es von ihnen. Angeblich aus Wut darüber, dass sie ihrem Wunschziel Deutschland bislang nur geografisch einen Schritt nähergekommen sind.

Lukaschenko fordert Deutschland heraus

Deutschland nahm auch der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ins Visier - beim Besuch einer Notunterkunft für Migranten in Brusgi an der Grenze zu Polen. Lukaschenko verlangte konkret und mit Nachdruck von Deutschland die Aufnahme Tausender Migranten.

In seiner Rede vor den in der Lagerhalle lebenden Menschen sagte der Präsident: "Ich verspreche Ihnen: Alles was ich und staatlichen Behörden von Belarus tun können, werden wir tun. Wir werden nicht aufhören, westliche Staaten aufzufordern, Ihnen zu helfen."

Aufgegeben haben andere nach Belarus Geflüchtete. Vom Flughafen Minsk traten an diesem Freitag 600 Menschen aus dem Irak mit zwei Maschinen die Heimreise an. 300 weitere sollen am Samstag folgen. Für sie heißt es wohl: Auf Nimmerwiedersehen, Belarus.