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Gretchenfrage an WHO, G7, Merkel & Scholz: Lockdown vor oder zum Fest?

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Von su  mit dpa, AP, AFP
Gretchenfrage an WHO, G7, Merkel & Scholz: Lockdown vor oder zum Fest?
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«Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes», sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus, zum Auftakt einer Ministerkonferenz in Genf über einen künftigen Pandemievertrag. Die WHO-Ministerkonferenz tagt bis Mittwoch im Hybridformat, um diesen Prozess mittels einer Resolution auf den Weg zu bringen.

WHO

Eine rechtlich bindende Vereinbarung wäre - trotz aller wohl nötigen Kompromisse - die beste Grundlage gemeinsamen Handelns, findet der WHO-Chef. In der Corona-Pandemie seien bisher 80 Prozent der Impfstoffe an die wohlhabenden Länder gegangen, so seine Kritik. «Jetzt haben die Länder die Wahl, in eine gesündere, sicherere und fairere Zukunft zu investieren.»

Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor:

„Wenn wir eines gelernt haben, dann das: Keine Region, kein Land, keine Gemeinschaft und kein Individuum ist sicher, bis wir alle sicher sind. Das Auftauchen der stark mutierten Omikron-Variante unterstreicht, wie gefährlich und prekär unsere Situation ist. ( ...) Omikron zeigt, warum die Welt ein neues Abkommen über Pandemien braucht."

G7

Großbritannien hat ein außerplanmäßiges Treffen der Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) einberufen - die Briten stellen noch bis Ende des Jahres den G7-Vorsitz. Für die Staatengemeinschaft ist Omikron bedrohlich und hoch ansteckend - einige wie Frankreich oder Großbritannien, sehen Booster-Impfungen für die allgemeine Bevölkerung vor.

Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zum G7-Verbund.

USA

US-Präsident Joe Biden versuchte, die Gemüter zu beruhigen:

"Diese Variante ist ein Grund zur Sorge, kein Grund zur Panik. Wir haben die besten Impfstoffe der Welt, die besten Medikamente, die besten Wissenschaftler und wir lernen jeden Tag dazu. Und wir werden diese Variante mit wissenschaftlichen Mitteln bekämpfen, sachkundig und schnell – nicht mit Chaos und Durcheinander."

NIEDERLANDE

Immer mehr Länder melden die Omikron-Variante, seit die Niederlande am Sonntag 13 Fälle entdeckt haben - Spanien zum Beispiel.

Viele europäische Länder erwägen Beschränkungen, einige haben bereits die Einreisekriterien aus Südafrika und Botswana verschärft.

Lockdown vor oder zu Weihnachten? Heißt die Gretchenfrage.

Österreich hat schon „ja“ gesagt..

DEUTSCHLAND

In Deutschland beraten Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel, Noch-Nicht-Bundeskanzler Olaf Scholz und Länderchefs am Dienstag über die Corona-Krise („ARD-Hauptstadtstudio“) und über das mit Spannung erwartete Grundsatz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Corona-Maßnahmen. Die Karlsruher Richter wollen dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten (AZ: 1 BvR 781/21 und weitere) sowie Schulschließungen veranlassen darf.

su mit dpa, AP, AFP