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Anhörung von Prinz Andrew: Anwälte setzen auf Einigung von 2009

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Von Euronews  mit DPA/AP
Prinz Andrew besucht den Sonntagsgottesdienst in der königlichen Allerheiligenkapelle in Royal Lodge (August 2021).
Prinz Andrew besucht den Sonntagsgottesdienst in der königlichen Allerheiligenkapelle in Royal Lodge (August 2021).   -   Copyright  Steve Parsons/Pool Photo via AP, File   -  

Die Anwälte von Prinz Andrew, der im Zusammenhang mit dem Epstein-Missbrauchs-Skandal an diesem Dienstag von einem US-Gericht in New York angehört werden soll, hoffen, dass eine außergerichtliche Einigung aus dem Jahr 2009 ein Verfahren gegen den britischen Royal verhindern könnte.

Die am Montag veröffentlichte geheime Vereinbarung offenbart, dass die Klägerin Virginia Giuffre (38) damals im Gegenzug für 500 000 US-Dollar (439 000 Euro) zusicherte, weder den US-Multimillionär Jeffrey Epstein zu verklagen noch "andere potenzielle Beschuldigte" in diesem Zusammenhang.

Freibrief für Prinz Andrew?

Dies komme einer Art Freibrief für Prinz Andrew gleich, meint Gerichtsreporter Larry Neumeister (AP). "Seine Anwälte behaupten, dass diese Klageverzichtsvereinbarung zwischen Epstein und Giuffre ihren Mandanten schützt und er in dem gegen Epstein angestrengten Prozess nicht belangt werden kann."

Das New Yorker Zivilgericht muss nun klären, ob Giuffre durch diese Einigung mögliche Ansprüche gegen Andrew verwirkt hat.

Giuffres Anwälte halten dagegen, dass die Einigung mit Epstein keinerlei Relevanz für einen möglichen Zivilprozess gegen Andrew habe.

Die heute 38-jährige gibt an, der verstorbene Jeffrey Epstein und seine Ex-Partnerin Ghislene Maxwell hätten sie als Minderjährige zur Sexsklavin gemacht und uner anderem dem bitischen Prinzen zugeführt. Sie fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Prinz Andrew hat alle Missbrauchsvorwürfe gegen ihn stets abgestritten.

Schwerer Rufschaden für das britische Königshaus

Giuffre zählte nicht zu den Zeuginnen im Prozess gegen Maxwell, in dem diese vergangene Woche schuldig gesprochen wurde. 

In US-Medien werteten Rechtsexperten den Schuldspruch gegen Maxwell als schlechtes Zeichen für Andrew. Denn die Jury fällte - wie auch im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein - einen Schuldspruch vor allem auf Basis von Aussagen weiblicher Opfer und nicht aufgrund eindeutiger sachlicher Beweise.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens haben Andrew und das britische Königshaus wegen der Anschuldigungen einen Rufschaden erlitten. Er steht seit Jahren wegen seiner früheren Freundschaft zu Epstein in der Kritik und hatte nach einem umstrittenen TV-Interview 2019 den Rückzug von seinen öffentlichen Aufgaben erklärt.