Mordfall Leonie: London soll geflüchteten Hauptverdächtigen (23) ausliefern

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Von Euronews  mit AP, Kurier
Polizei in Wien in Österreich - Symbolbild
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Der grausame Tod der erst 13 Jahre alten Leonie hatte über Österreich hinaus für Empörung gesorgt. Die Leiche des Mädchens war Ende Juni 2021 auf einem Grünstreifen in Wien gefunden worden.

Jetzt hat ein Gericht in London entschieden, dass der inzwischen 23 Jahre alte Hauptverdächtige, der nach Großbritannien geflohen war, nach Österreich ausgeliefert werden soll. Die Auslieferung sollte in den nächsten 17 Tagen erfolgen. Allerdings könnte der Beschuldigte noch Einspruch gegen die Entscheidung einlegen, wie DER KURIER berichtet. Der Anwalt von Leonies Familie rechnet aber damit, dass es jetzt rasch zur Anklage und zum Prozess kommt.

Zwei weitere Verdächtige - die zur Tatzeit 16 und 18 Jahre alt waren - sitzen in Österreich in Haft. Der ältere Beschuldigte war über den Ärmelkanal nach Großbritannien geflohen und hatte sich dort als Asylbewerber ausgegeben.

Offenbar war der damals 16-Jährige mit Leonie befreundet und sie war ihm in die Wohnung des Hauptangeklagten gefolgt. Alle Festgenommenen kommen aus Afghanistan und bestreiten, das Mädchen ermordet zu haben.

Ein vierter Verdächtiger hatte offenbar mit dem Fall Leonie nichts zu tun. Er sitzt aber wegen anderer mutmaßlicher Verbrechen in Haft.

Mindestens zwei Männer sollen Leonie vor ihrem Tod vergewaltigt haben. Der 13-Jährigen sollen Drogen eingeflößt worden sein. Letztendlich ist die Jugendliche laut Ermittlungsteam offenbar erstickt. Die Männer brachten sie in einen Teppich gewickelt aus der Wohnung, nachdem sie versucht hatten, Leonie wiederzubeleben.