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Partys vor Prinz Philips Beisetzung: Johnsons Kampfansage an "Saufkultur"

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Von Euronews mit AP, dpa
Kater "Larry" vor Johnsons Amtssitz Downing Street 10
Kater "Larry" vor Johnsons Amtssitz Downing Street 10   -   Copyright  Kirsty Wigglesworth/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Wie lange kann sich Boris Johnson noch in Downing Street 10 halten? Mit einem Entschuldigungsschreiben an Königin Elisabeth II. hat der britische Premierminister jetzt versucht, die turmhohen Wellen nach einer Serie von Lockdown-Partys an seinem Amtssitz zu glätten.

Doch mit gleich zwei Feiern am Vorabend der Beisetzung des Queen-Gemahls Prinz Philipp könnte nun auch eine moralische Grenzüberschreitung neben den simplen Corona-Regelverstößen stattgefunden haben. Ein Sprecher von Johnson hatte zuvor mitgeteilt: "Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zur Zeit nationaler Trauer stattgefunden hat".

Nach Informationen des "Telegraph" fordern als Reaktion auf die Ausweitung des mittlerweile "Partygate" getauften Skandals inzwischen nicht mehr fünf sondern 30 Abgeordnete der Konservativen Partei Johnsons Rücktritt. Auch mehrere Ortsverbände sollen sich vom 57-jährigen Premier abgewendet haben.

Helfen könnte Johnson allerdings, dass er bei den jetzt aufgedeckten Zusammenkünften seiner Mitarbeitenden selbst nicht zugegen war.

Diese Ansicht vertritt auch der Tory-Abgeordnete Sir Roger Gale: "Die Ereignisse an diesem Abend waren völlig inakzeptabel und unsensibel und hätten niemals passieren dürfen. Dennoch mache ich den Premierminister nicht persönlich dafür verantwortlich, da er offensichtlich nicht anwesend war. Aber ich denke, es offenbart eine Kultur in der Downing Street, die offensichtlich von ganz oben kommt und nicht zugelassen werden sollte."

Oppositionsführer Keir Starmer forderte nach den neuen Enthüllungen ein weiteres Mal Johnsons Rücktritt. Eine Entschuldigung an den Buckingham Palast reiche nicht aus.

Um gegenzusteuern will Johnson laut Financial Times der "Saufkultur" in Downing Street 10 den Kampf ansagen und neues Personal installieren. Ansonsten verweist der Regierungschef beharrlich auf die interne Untersuchung, die die genauen Abläufe und Verantwortlichkeiten des "Partygate" beleuchten soll.