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Zum Tod Sassolis: Die Menschen schätzten seine Aufrichtigkeit

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Von Euronews  mit dpa
Zum Tod Sassolis: Die Menschen schätzten seine Aufrichtigkeit
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Der Tod Sassolis hat in der europäischen Politik für Bestürzung gesorgt. Viele würdigten den Politiker und Journalisten für seinen Einsatz für die Europäische Union. In Italien kennen die Menschen ihn noch aus den Hauptnachrichten im Fernsehen am Abend.

Viele - nicht nur in Italien - schätzten seine Aufrichtigkeit und sein Mitgefühl für andere.

Ein Mann sagt: "Seine Ideen waren klar. Er war für mich und für andere ein Beispiel, wie man sein Leben Tag für Tag leben kann und seinen Werten treu bleibt."

Und eine Frau meint: "Ein bisschen mehr Freundlichkeit ist gefragt und er hatte das. Er war ein sehr freundlicher Mensch. Er hätte noch nicht sterben sollen."

Sassoli war seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Im September wurde er mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. Im Herbst verpasste er wegen gesundheitlicher Probleme mehrere Tagungen des Parlaments. In seiner letzten Plenarsitzung im Dezember wirkte er geschwächt.

Eineinhalb Wochen später, am 26. Dezember, kam der Italiener dann erneut ins Krankenhaus. Der Aufenthalt war nach Angaben des Parlaments wegen einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems nötig. Am Dienstag um 1.15 Uhr starb Sassoli in einer Klinik im nordostitalienischen Aviano. 

Als Präsident des Europäischen Parlaments war Sassoli seit Juli 2019 oberster Repräsentant des Hauses und leitete die Sitzungen des Plenums. Immer wieder sprach er mit Leidenschaft über zentrale europäische Werte und Menschenrechte. Dabei setzte er sich für die Belange von Menschen auf der Flucht ein, zuletzt etwa bei einer Privataudienz bei Papst Franziskus. Er galt als progressiver Katholik.

Geboren wurde Sassoli am 30. Mai 1956 in Florenz. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder. Vor seiner politischen Karriere arbeitete er als Journalist. Der studierte Politikwissenschaftler begann bei kleineren Tageszeitungen. 1985 schaffte er es in die Redaktion der römischen Zeitung «Il Giorno» (Der Tag). Später arbeitete er im Fernsehen und moderierte die Hauptnachrichtensendung TG1 des öffentlich-rechtlichen Senders Rai 1. Seine politische Karriere beim Partito Democratico begann 2009 mit dem Einzug als Abgeordneter ins EU-Parlament. 2014 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt, 2019 dann an die Spitze des Parlaments. Mitte Dezember erklärte Sassoli schließlich, nicht zur Wiederwahl als Parlamentspräsident antreten zu wollen.