Neue These zum Verrat an Anne Frank: Hat es ein jüdischer Notar getan, um seine Familie zu retten?

Access to the comments Kommentare
Von su  mit AP, EBU
Neue These zum Verrat an Anne Frank: Hat es ein jüdischer Notar getan, um seine Familie zu retten?
Copyright  Peter Dejong/AP 2018   -  

Wer hat Anne Frank verraten? Sechs Jahre lang hat ein internationales Ermittlerteam mit neuesten Techniken Jahrzehnte alte Spuren zur Verschleppung des in Amsterdam vor den Nationalsozialisten versteckten Mädchens ausgewertet, das kurz vor Kriegsende mit knapp 16 Jahren im KZ Bergen-Belsen starb. Nach Angaben des Teamshat ein jüdischer Notar, Arnold van den Bergh, aus Selbstschutz die Adresse des Hinterhauses an die Nazis weitergegeben, in dem sich die Familie Frank versteckt hielt - um seine eigene Familie zu retten.

Hauptbelege: Eine Notiz aus dem Jahr 1946 an Annes Vater Otto Frank, in der der Name des Notars genannt wird. Und ein anonymer Brief.

Pieter van Twisk, Journalist:

„Wir konnten feststellen, dass dieser Brief auf der Schreibmaschine von Otto Frank geschrieben wurde. Er wurde höchstwahrscheinlich 1957 geschrieben. Wir konnten dies verifizieren durch einen Vergleich mit anderen Briefen, die er um diese Zeit verschickte.“

Während der vergangenen Jahrzehnte gab es immer wieder Theorien über den Verrat an Anne Frank und den sieben anderen Untergetauchten. Die Zahl der Verdächtigen ist zweistellig.

Ronald Leopold, Direktor des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam:

„Dies ist eigentlich eine neue Verrats-Theorie. Eine Theorie, deren Quelle, ein Brief, bekannt war, die aber nie richtig erforscht wurde. Dieses Team hat sauber recherchiert. Ein neuer Schritt, was Verrats-Theorien angeht, also müssen wir dies weiter untersuchen.“

Man müsse sehr vorsichtig sein, jemanden als Verräter an Anne Frank zu beschuldigen, „wenn man sich dessen nicht 100 oder 200 Prozent sicher ist.“

Anne Frank wurde zum Symbol für den Holocaust durch ein Tagebuch, das sie während der Zeit ihres Verstecks im Hinterhaus geführt hatte.

su mit AP, EBU