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Baerbock in Moskau: "Es ist schwer, 100.000 Soldaten nicht als Bedrohung zu sehen."

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Von Serguei Doubine
Baerbock in Moskau: "Es ist schwer, 100.000 Soldaten nicht als Bedrohung zu sehen."
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Russische Truppen und Ausrüstung kommen in Belarus an, für gemeinsame Übungen, die im Februar beginnen sollen. Währenddessen stehen bereits 100.000 Mann im Grenzgebiet zur Ukraine, Kiew und der Westen halten den Aufmarsch russischer Truppen für die Vorbereitung eines möglichen Militärschlages gegen den prowestlichen Nachbarn.

Gespräche in Genf, Brüssel und Wien konnten die Spannungen nicht abbauen, Russland besteht weiter auf weitreichende Sicherheitsgarantien. Aus Kiew kommend war die Deutsche Aussenmisnisterin Annalena Baerbock nach Moskau gereist.

Wir haben nie und geben auch jetzt keinen Grund für eine neue Konfliktsituation. Wir wollen nur eines: dass die Vereinbarungen gewissenhaft eingehalten werden. Das betrifft sowohl die Minsker Vereinbarungen, die vom Regime in Kiew sabotiert werden, als auch die allgemeine Sicherheitsarchitektur Europas.
Sergei Lavrov
Russischer Außenminister
Mehr als 100.000 russische Soldaten haben sich ohne nachvollziehbaren Grund in der Nähe der Ukraine versammelt, und es fällt schwer, dies nicht als Bedrohung zu verstehen.
Annalena Baerbock
Deutsche Außenministerin

Baerbock ging auch auf die russische Position ein: "Russland hat Sicherheitsgarantien gefordert, die noch einmal deutlich gemacht worden sind. Wir sind bereit zu einem ernsthaften Dialog über gegenseitige Vereinbarungen und Schritte, die allen in Europa mehr Sicherheit bringen."

Bundeskanzler Olaf Scholz betonte, man sei bereit, Sicherheitsfragen mit Russland zu diskutieren. Auch Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg sucht den Dialog, er bezeichnete das Risiko eines militärischen Konflikts als real und rief zur Deeskalation auf.

Ich habe Russland und alle NATO-Verbündeten in den NATO-Russland-Rat eingeladen, um unsere Bedenken anzusprechen, aber auch, um die Bedenken Russlands anzuhören und zu versuchen, einen Weg nach vorne zu finden, um einen militärischen Angriff gegen die Ukraine zu verhindern.
Jens Stoltenberg
NATO-Generalsekretär

Als Provokation wertet Russland britische Waffenlieferungen an die Ukraine. London schickt neben Kurzstrecken-Panzerabwehrraketen ein kleines Team britischer Ausbilder, um wie schon seit sechs Jahren weiter ukrainisches Militär zu trainieren. Der Kreml nannte die Waffenlieferung nicht hilfreich, um Spannungen abzubauen.