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Syrischer Folter-Arzt vor Gericht: "Beweise werden Prüfung nicht standhalten"

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Von Euronews mit dpa
Der Verhandlungssaal im Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Der Angeklagte trägt Kapuze
Der Verhandlungssaal im Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Der Angeklagte trägt Kapuze   -   Copyright  Boris Roessler/(c) dpa Pool   -  

Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat der Prozess gegen einen Arzt aus Syrien begonnen, der in seiner Heimatstadt Homs jahrelang Menschen in Militärkrankenhäusern gefoltert haben soll. 

Die Anklage lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit zwischen April 2011 und Ende 2012. Seit 2015 praktizierte der Syrer in einer Klinik in Hessen, wo er im vergangenen Jahr festgenommen wurde. Der 36-Jährige will sich in der kommenden Woche vor Gericht äußern:

Anwalt des angeklagten Arztes Alaa M. ist Ulrich Endres: "Was wir heute in der Anlageschrift gehört haben werden wir widerlegen, das glaube nicht nur ich, wir kennen die Akten und wir wissen um die Einlassung unseres Mandanten. Sie werden sehen dass das, was dort als Beweis aufgeführt ist, einer Prüfung, jedenfalls vor einem deutschen Gericht, nicht standhalten wird."

Vor dem Gericht: Plakate mit Verschwundenen

Mehrere Menschen aus Syrien verfolgen den Prozess in Frankfurt.Die zum Teil aus Frankreich und den Niederlanden angereisten Prozessbeobachter hatten Porträts von in Syrien verschwundenen Menschen mit gebracht.

Anwar Al Bunni hat in  Syrien als Anwalt gearbeitet: "Wir, also alle Opfer, alle Syrer, die an Gerechtigkeit glauben, und ich persönlich, sind Deutschland sehr dankbar. Ein Staat, der etwa eine Million Syrer aufgenommen hat, und der die ersten Schritte zu Gerechtigkeit nimmt. "

Der Angeklagte soll Zivilisten gefoltert haben, die der syrischen Opposition zugerechnet wurden. Die Vorwürfe lauten auf 18-fache Folterung, Mord und schwere Körperverletzung. Unter anderem soll Alaa M. Operationen absichtlich ohne Narkose durchgeführt haben.