"Pandemie-Finale": Ist Omikron der Anfang vom Ende?

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Von Euronews  mit dpa
"Pandemie-Finale": Ist Omikron der Anfang vom Ende?
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Die hochansteckende Omikron-Variante könnte der Anfang vom Ende der Pandemie sein. Schon in den kommenden Monaten werde durch die hohen Infektionsraten Covid-19 mehr und mehr zu einer saisonal bedingten Krankheit, meint der Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Hans Kluge:

"Sobald die Omikron-Welle abklingt, wird es für einige Wochen und Monate eine globale Immunität geben, entweder dank des Impfstoffs oder weil die Menschen aufgrund der Infektion immun sind und es einen Rückgang durch Saisonalität des Virus gibt. Wir gehen also davon aus, dass es eine Entspannungsphase geben wird, bevor die Covid-19-Welle gegen Ende des Jahres wieder auftauchen könnte, aber nicht unbedingt als Pandemie."

Omikron: Leicht übertragbar, aber weniger gravierend

Es sei plausibel, dass sich Europa in einer Art "Pandemie-Finale" befinde, bevor das Virus endemisch werde. Ähnliches sagt auch die deutsche Beraterin des Deutschen Olympischen Sportbundes Barbara Gärtner, Expertin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie: "Mich würde das nicht wundern. Ich gehe ehrlich gesagt davon aus, dass Omikron der Anfang vom Ende ist ." 

Bislang seien alle Pandemien früher oder später zu Ende gegangen. Eine Krankheit, die am Anfang noch sehr schwerwiegend sei, werde mit der Zeit immer weniger gravierend, dafür aber leichter übertragbar. "Viren haben Vorteile in der Ausbreitung, wenn sie kaum etwas machen, dafür aber gut übertragbar sind. Deswegen würde es nicht wundern, wenn es in diese Richtung geht", so Gärtner.

Negative Testnachweise in Frankreich nicht länger ausreichend

In Frankreich, wo sich die Zahlen der Corona-Neuinfektionen seit Wochen auf Rekordniveau bewegen, löst an diesem Montag der umstrittene Impfpass den bislang gültigen Gesundheitspass ab. Ein aktueller, negativer Testnachweis reicht nun nicht mehr aus, um Restaurants, Bars und Veranstaltungen zu besuchen.

Omikron-Welle kommt in Osteuropa an

Der Omikron-Tsunami schwappt nun auch Richtung Osteuropa. Dort liegt die Impfquote in vielen Ländern unter dem europäischen Durchschnitt, wie in Polen, wo rund 57 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft ist. Das Land registrierte zuletzt 34.000 neue Fälle in 24 Stunden.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hatte in Warschau neue Regierungsmaßnahmen gegen die fünfte Infektionswelle angekündigt. So solle die Zahl der Intensivbetten in Krankenhäusern erhöht werden, die Apotheken würden kostenfreie Tests anbieten. Außerdem werde die Quarantäne auf sieben Tage verkürzt. Staatsbedienstete würden ab sofort von zu Hause aus arbeiten, im privaten Sektor würden man Firmen ermutigen, ihren Angestellten das Gleiche zu ermöglichen.