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Erschossene Polizisten: Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes

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Von Euronews  mit dpa
Polizeisperre bei Ulmet im Landkreis Kusel
Polizeisperre bei Ulmet im Landkreis Kusel   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Gegen die beiden Tatverdächtigen Wilderer im Mordfall an zwei Polizisten in Rheinland Pfalz sind Haftbefehle wegen gemeinschaftlichen Mordes ergangen, sie befinden sich in Untersuchungshaft. Beide Verdächtigen haben sich noch nicht zum tatsächlichen Ablauf der Ereignisse geäußert. 

Der Ermittlungsrichter geht davon aus, das die beiden Tatverdächtigen die beiden jungen Polizeibeamten gemeinschaftlich getötet haben. Er geht davon aus, das die beiden Tatverdächtigen unterwegs waren um zu wildern.
Stefan Orthen
Oberstataatsanwalt

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die 38 und 32 Jahre alten Männer wurden im saarländischen Sulzbach von Spezialeinheiten der saarländischen und rheinlandpfälzischen Polizei am späten Montagnachmittag gefasst. Der 38-Jährige war zuvor in Zusammenhang mit der Tat gesucht worden, er war polizeibekannt. 

Bei der getöteten Polizeibeamtin führte ein Schuss mit der Schrotwaffe zu tödlichen Verletzungen, der männliche Polizeibeamte wurde insgesamt viermal getroffen.
Stefan Orthen
Oberstaatsanwalt

Am frühen Morgen um 4.20 Uhr hatten eine Polizeistudentin und ein Polizist - beide uniformiert - eine Verkehrskontrolle auf einer Kreisstraße bei Ulmet durchgeführt. Ein verdächtiges Fahrzeug hatte offenbar Wild im Kofferraum. 

Bei der zufälligen Polizeikontrolle sollen die Tatverdächtigen das Feuer unvermittelt mit einer Schrotflinte und einem Jagdgewehr eröffnet haben.Der 29jährige Polizist gab selbst noch 14 Schuss ab, ohne einen Tatverdächtigen zu treffen. Er starb kurz nach eintreffen anderer Polizeikräfte, die per Funk zu Hilfe gerufen worden waren. Vor Ort wurde der Führerschein eines Tatverdächtigen gefunden, massive Ermittlungen und eine öffentliche Fahndung führten zu Hausdurchsuchungen, bei denen fünf Kurzwaffen, ein Repetiergewehr, zehn weitere Langwaffen, Schalldämpfer und Munition sichergestellt wurden. 

Es gehört nicht zu unserer Vorstellung von Deutschland, das jemand auf offener Straße anfängt mit Jagdwaffen zu schiessen, bloß weil er vielleicht beim wildern erwischt wird. Deswegen ist der Fall verstörend.
Udo Gehring
Leitender Oberstaatsanwalt

Seit 2017 betreibt Andreas S. einen Wildhandel rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt. Allerdings er hat laut Deutschem Jagdverband keinen gültigen Jagdschein. ihm sei die waffenrechtliche Zuverlässigkeit zweimal entzogen worden Der 38-Jährige dürfte also legal keine Waffen besitzen. Der Verdächtige betrieb außerdem eine Bäckerei, mit der im März 2020 Insolvenz anmeldete.

Nach einem öffentlichen Fahndungsaufruf hatte sich der 38-Jährige gestellt. Er habe sich über seine Anwältin bei der Polizei gemeldet und sei dann im saarländischen Sulzbach festgenommen worden. Ein weiterer, 32 Jahre alter Verdächtiger sei ebenfalls festgenommen worden. Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Polizei auch eine große Menge an Schusswaffen sichergestellt.