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Ein Stück von Klimts "Der Kuss" zum Valentinstag - als digitale NFT-Kopie

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Von Julika Herzog  mit AP
Ein Stück von Klimts "Der Kuss" zum Valentinstag - als digitale NFT-Kopie
Copyright  AP Photo   -   Belvedere Museum

"Der Kuss" von Gustav Klimt- es ist eines seiner bekanntesten Werke. Die Umarmung eines Paares, eingehüllt in einen goldenen Umhang und so vertieft in ihre Liebe, dass sie den Abgrund, auf dem sie stehen, gar nicht bemerken.

Klimts "Der Kuss" wird verkauft- in tausenden digitalen Schnipseln

Jetzt, pünktlich zum Valentinstag, können Menschen einen Teil des Kunstwerks erwerben. Das Wiener Museum Belvedere verkauft das Meisterwerk - in Tausenden von digitalen Schnipseln, sogenannte NFTs.

Katharina Steinbrecher, Leiterin Kommunikation & Marketing, Museum Belvedere Wien: "Das ist auch für uns Museumsmenschen ein ganz neues Feld, das wir da erschliessen. Auf jeden Fall: NFT ist die Abkürzung für "Non-Fungible Token" und das steht für einen nicht austauschbaren Vermögenswert, also das ist dieser Token. Das heißt Geld ist austauschbar, wenn sie mir 10 Euro borgen und ich gebe ihnen zwei mal fünf Euro zurück, dann sind wir wieder quitt. Aber diese NFTs, die wir hier generieren, können einfach nicht eins zu eins in etwas anderes übersetzt werden, sondern sind nicht austauschbar und einzigartig."

NFTs, sind sozusagen digitale Echtheitszertifikate für Dateien. Hinterlegt auf einer Blockchain, können so potenziell unendlich reproduzierbare Daten mit einem einzigen Eigentümer verknüpft werden, angeblich sogar unveränderlich und fälschungssicher. Digitale Bilder, Töne, Schriftstücke und virtuelle Artefakte sind dadurch als Unikate handelbar geworden.

Ein Stück von Klimts "Der Kuss" zum Valentinstag

"Damit sie sich das vorstellen können: das Bild hinter mir ist 1,80 m x 1,80 m groß und es wurde sozusagen in ein Raster unterteilt. Das bedeutet, dass es 10.000 Teile gibt, die 1,8 cm x 1,8 cm groß ist. Jedem, der einen NFT des digitalen Kusses kauft, wird sozusagen eines dieser Stücke zugeteilt. Ob es das Stück in der oberen rechten Ecke ist, oder ein Stück aus der Mitte, aus dem Gesicht etc, wird zufällig zugeteilt. Das kann man nicht auswählen. Aber weil jedes einen anderen Bildausschnitt zeigt und jeder Bildausschnitt nur einmal vorkommt, ist jeder sozusagen einzigartig", erklärt Katharina Steinbrecher.

Es ist das erste Mal, dass sich das Wiener Museum Belvedere an NFTs wagt - den großen neuen Kunstmarkt-Hype. Viele andere Galerien und Museen haben dies bereits getan, die Uffizien in Florenz etwa haben Michelangelo im Angebot.

1850 Euro: NFTs als neue Einnahmequelle für Museen

"Gedroppt", wie es im Kryptosprech heißt, also endgültig in den Handel gebracht, werden die NFT-Küsschen zum Valentinstag. Eine romatische Alternative zu Blumen oder Pralinen, aber mit 1850 Euro das Stück ziemlich exklusiv.

"Ich mag die Tatsache, dass jeder ein kleines Fragment kaufen kann. Aber im Internet gibt es auch so fantastische Bilder in hoher Qualität, dass ich nicht sicher bin, ob ich das Bedürfnis verspüre, ein Fragment davon zu besitzen. Dadurch, dass ich etwas über das Bild lerne, haben ich das Gefühl durch dieses Wissen bereits etwas von dem Werk zu besitzen. Aber vielleicht ist es ja eine gute Investitionsmöglichkeit", sagt Kate Murphy, britische Architekturstudentin zu Besuch in Wien.

Für Museen bedeuten NFTs eine neue Einnahmequelle, mit der sie ihren unverkäuflichen Besitz zu Geld machen können. Am 14. Februar endet der Verkauf über die eigens eingerichtete Plattform thekiss.art, wo man das NFT noch mit einer individuellen Liebeswidmung versehen lassen kann.

Würden alle NFTs von Klimts "Der Kuss" verkauft, nähme das Belvedere 18,5 Millionen Euro ein.