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Kiew: Deckung suchen im Untergrund

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Von su  mit dpa
Kiew: Deckung suchen im Untergrund
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Schützengräben in den Straßen von Kiew - das war noch vor wenigen Tagen undenkbar. Die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt bereiten sich auf einen möglichen Angriff russischer Truppen vor. Es ist der dritte Tag seit Kriegsbeginn und die Straßen sind leer. Soldaten und Feuerwehrleute bewegen sich von einem Ort zum anderen, je nachdem, wo sie gebraucht werden.

Wer die Stadt nicht verlassen hat, hat nicht viele Möglichkeiten: Einige bereiten sich auf einen großen Kampf vor, andere suchen Schutz in provisorischen Unterkünften in der ganzen Stadt.

Über Menschenmassen in der U-Bahn wurde bereits berichtet. Aber auch in den U-Bahn-Ebenen von Gebäuden haben sich zahlreiche Schutzsuchende eingefunden. Einige, besonders ältere Menschen, haben beschlossen, Tag und Nacht dort zu bleiben, aus Angst, nicht rechtzeitig hinkommen zu können, wenn die Kämpfe beginnen.

Ich bin hier
Wolodymyr Selenskyj
Präsident der Ukraine

An Tag drei der russischen Invasion in die Ukraine haben sich beide Seiten Gefechte um die Hauptstadt Kiew und andere Städte geliefert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief seine Landsleute in Videobotschaftenin der Nacht zum Samstag und am Morgen zur Abwehr russischer Angriffe auf. Unter anderem forderte er die Aufnahme seines Landes in die EU - derzeit ein aussichtsloses Unterfangen. Vorallem wolle er zeigen, dass er die Ukraine nicht verlassen habe: «Ich bin hier.» Das Land müsse verteidigt werden. Putin hatte die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das zeichne sich nicht ab.

100.000E FLÜCHTLINGE

Nach UN-Angaben sind Hunderttausende in der Ukraine auf der Flucht, 50.000 sollen sich bereits ins Ausland gerettet haben. Bis zu vier Millionen Ukrainer sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk UHCR notfalls dazu entschlossen.

In der Nacht und am Morgen wurden Gefechte aus Kiew gemeldet, unter anderem um ein Heizkraftwerk und eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte. Bilder zeigten Treffer in einem Wohngebäude. Schließlich warnten die ukrainischen Behörden: «Auf den Straßen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!» 

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag den Angriff auf das Nachbarland begonnen. Bereits am Freitag drangen russische Truppen an den Rand der Hauptstadt Kiew vor, die auch aus
der Luft beschossen wurde. In Kiew leben rund 2,8 Millionen Menschen.

su mit dpa